Freelancer werden: So gelingt der Weg in die Selbstständigkeit!

Als Freelancer zu arbeiten, verspricht mehr Unabhängigkeit und Freiheit, sowohl persönlich, örtlich als auch finanziell. Doch welche Tätigkeiten eignen sich und wie startet man am besten? Dieser Artikel beantwortet alle Fragen.
Freelancer werden
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Lesezeit 14 Minuten

Als Freelancer hat man nicht nur die Möglichkeit, jederzeit und an jedem Ort dieser Welt zu arbeiten, sondern man kann sich sogar seine Kunden aussuchen. Die Tätigkeit als Freelancer verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, was die Selbstständigkeit in diesem Bereich für viele so interessant macht. Laut einer Umfrage des Freelancer-Kompass 2020 geben die Befragten an, dass die wichtigsten Faktoren neben der Unabhängigkeit und der freien Zeiteinteilung die große Entscheidungsfreiheit ist. 

Neben der größeren Unabhängigkeit geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie deutlich mehr verdienen als in einem Angestelltenverhältnis. Zusätzlich sagen 89 Prozent, dass sie den Weg in die Selbstständigkeit nicht bereuen und genau so wieder gehen würden. Diese Zahlen sind beeindruckend und treffen den Puls der Zeit. Während frühere Generationen noch auf Jobsicherheit und ein Eigenheim aus waren, stehen bei Generationen, die nach 1980 geboren wurden, Freiheit und Flexibilität im Vordergrund des Handelns. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich viele nach Tipps und einem Weg sehen, diese Freiheit und Flexibilität im eigenen Leben zu gestalten.

Der Start in die Selbstständigkeit als Freelancer ist dabei unkomplizierter als oft angenommen wird. In diesem Artikel wird genau darauf eingegangen, welche Vor- und Nachteile die Freelancertätigkeit hat, in welchem Bereich man tätig werden sollte und welche konkreten Schritte man gehen muss. 

1.) Freelancer werden – Schnell, smart und unkompliziert

Freelancer Tipps

Freelancer, zu Deutsch freier “Mitarbeiter” sind Personen, die Dienstleistungen im Auftrag für andere Unternehmen erfüllen. Freelancer sind meist auf einen bestimmten Bereich spezialisiert, weshalb es für viele Unternehmen interessant ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Neben der fachlichen Komponente werden Freelancer auf häufig von Start-ups oder kleineren Unternehmen in Anspruch genommen, die für einen bestimmten Aufgabenbereich Hilfe benötigen, aber diese nicht den Umfang einer Festanstellung abdeckt.

Mit Sicherheit hat jeder irgendwelche Fähigkeiten, die für andere nützlich sein könnten. Wenn man sich in einem Gebiet also besonders gut auskennt, kann man diese als Dienstleistung anbieten. Ein Freelancer arbeitet demnach nicht wie der Angestellte für ein festes Unternehmen, sondern bedient mit seiner Leistung verschiedene Kunden auf Honorarbasis an. Die Arbeit des Freelancers ist dabei projektbezogen, was sowohl für den Freelancer als auch das beauftragte Unternehmen viele Vorteile bietet.

Als Freelancer kann so der Stundenlohn je nach Projektumfang regelmäßig angepasst und pro Projekt neu verhandelt werden. Zudem kann man sich als Freelancer so genau die Kunden und Projekte heraussuchen, die einem selbst Freude bereiten. Freelancer sind Selbstständige, kümmern sich also um Bereiche wie Rechnungen und Buchhaltung selber. Das Ganze ist allerdings bei der richtigen Herangehensweise nur halb so wild. In Abschnitt 3 ist eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung zu finden, die den Weg in die Selbstständigkeit vereinfacht. So hat jeder die Möglichkeit, seine Fähigkeiten und Begeisterungen anderen Unternehmen anzubieten, um sich so ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit aufzubauen.

Freelancer Werden wie

Laut einer Umfrage sehen 72 Prozent der Befragten die Unabhängigkeit als größten Vorteil der Selbstständigkeit als Freelancer. Die Nachteile der Akquise können umgangen werden, indem man sich ein Netzwerk aus Bestandskunden aufbaut. Hier muss dann lediglich für die ersten Aufträge Akquisearbeit geleistet werden. Die Aufgaben der Buchhaltung sollte man an einen Steuerberater abgeben. So kann man sich voll und ganz auf die Dinge fokussieren, die einem Spaß machen und ein Einkommen einbringen.

Neben den Vorteilen des Freelancers gegenüber dem Angestellten gibt es weitere Vorteile gegenüber anderen Geschäftsmodellen, in denen die Faktoren wie Unabhängigkeit, Entscheidungsfreiheit und die freie Zeiteinteilung ebenfalls erreicht werden können. Für den Start als Freelancer benötigt man z.B. kein großes Kapital. Ein Laptop und eine Internetverbindung sind für die meisten Tätigkeitsfelder ausreichend. Zudem eignet sich dieses Geschäftsmodell ideal, um neben einer Haupttätigkeit zu starten, da Projekte nach eigener Zeiteinteilung erledigt werden können.

Gleichzeitig ist man aber stets auf sich alleine gestellt und ist also auch alleine verantwortlich Geld zu verdienen. Anders als bei einem eigenen Unternehmen tauscht man weiterhin seine eigene Arbeitszeit gegen Geld, somit ist das Einkommen begrenzt.

Freelancer oder Freiberufler – Was ist der Unterschied?

Oft werden die Begriffe Freelancer, Freiberufler und freier Mitarbeiter als Synonyme verwendet. Dabei gibt es klare Unterschiede in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Als Freiberufler werden nur ganz bestimmte Berufe gezählt, die im §18 Einkommenssteuergesetz festgelegt sind. Zu den sogenannten Katalogberufen zählen ausgeübte wissenschaftliche, erziehende, künstlerische, schriftstellerische oder unterrichtende Tätigkeiten. Die selbstständige Tätigkeit als Freiberufler soll dabei zum Wohle der Allgemeinheit beitragen. Freiberufler unterscheiden sich dabei allerdings nicht nur über das Tätigkeitsfeld von einem Freelancer, sondern er hat das Privileg, für seine Tätigkeit kein Unternehmen gründen zu müssen und zahlt folglich auch keine Gewerbesteuer. Eine Steuer-ID wird allerdings für Rechnungen dennoch benötigt.

Freelancer sind gegenüber dem Freiberufler selbstständig für verschiedene Unternehmen tätig. Sie sind nicht durch einen Katalogberuf eingeschränkt, sondern können die ausgeübte Tätigkeit frei wählen. Demnach müssen Freelancer auch einen Gewerbeschein beantragen und gelten allgemein als Selbstständige. Wie genau man sein Gewerbe anmeldet, findet man im Artikel zum Thema Unternehmen gründen.    

2.) Häufige Tätigkeiten als Freelancer

Nachdem nun klar ist, was genau ein Freelancer ist und wo die Vorteile dieser Selbstständigkeit liegen, stellt sich die Frage, welche Dienstleistung man anbieten kann. Zunächst gilt es für sich selber die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen, um herauszufinden, in welchen Bereichen man eine Bereicherung für andere ist. Hier gilt es sich mit einem Alleinstellungsmerkmal, als Experte zu positionieren. Freelancer, die eine Nische für sich gefunden haben, profitieren von einem erweiterten Expertenstatus, der sich auch im Stundensatz widerspiegelt. Um die passende Nische zu finden und strukturiert durchzustarten, kann man den folgenden drei Punkten folgen:

  1. Was kann ich besser als andere? – Die eigenen Stärken definieren.
  2. Wie kann ich den Nutzen in Form eines Angebotes definieren? 
  3. Fokus auf die eigenen Stärken, um sich konstant weiterzuentwickeln. 

Um ein besseres Gefühl für die Tätigkeitsfelder eines Freelancers zu bekommen, sind im Folgenden die fünf beliebtesten Nischen beschrieben: 

2.1 Texte schreiben

Nahezu alle Unternehmen haben heutzutage eine eigene Website, einen Blog oder Social Media Profile, auf der sie Besucher mit Produkten und Content versorgen. Der hierfür benötigte Content sind überwiegend Texte, die nicht nur einen guten Lesefluss brauchen, sondern auch einiges an Recherche, um den eigenen Kunden den bestmöglichen Mehrwert zu liefern.

Viele Unternehmen sourcen dieses Geschäftsfeld aus, was es zu einer idealen Freelancertätigkeit macht. Nach einem Briefing mit dem Kunden kann es zumeist auch direkt losgehen. Besonders interessant ist die Arbeit als Texter und Content Creator da recht einfach Folgeaufträge akquiriert werden können. Bei dem Schreiben von Blogartikeln für Kunden wird es beispielsweise in den seltensten Fällen bei dem einen Auftrag bleiben. Vielmehr sind sowohl Kunden als auch Freelancer an einer längeren Zusammenarbeit interessiert, da sich das Team über die Zeit immer besser einspielt und so der Zeitaufwand bei Folgeprojekten reduziert werden kann.

Tipp: Man sollte sich immer auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisieren. So erreicht man schneller einen Expertenstatus und kann sein Wissen extrem detailliert aufbauen. Das hilft nicht nur Kunden, sondern ermöglicht es auch, einen höheren Stundenlohn zu verlangen. Hier ein paar Beispiele für mögliche Bereiche:

  • Verkaufstexte
  • Storytelling
  • Fachtexte
  • Blogtexte
  • Ghostwriting
  • PR-Texte 

Wichtig: Es gibt viele Agenturen, die Texte zu Billigpreisen anbieten. Sich bei so einer Agentur als Texter anzumelden, macht wirtschaftlich meistens keinen Sinn, da man lediglich für jedes geschriebene Wort bezahlt wird (ca. 0,02 – 0,08 € pro Wort). Ziel sollte es immer sein, einen festen Stundenlohn oder einen Projektpreis zu vereinbaren. 

2.2 Virtueller Assistent 

Ein virtueller Assistent (VA) ist eine Person, die für andere Unternehmer, Unternehmerinnen oder auch Privatpersonen einfache Aufgaben übernimmt. Dabei ist man nicht fest angestellt, sondern bietet diese Dienstleistung auf Stundenbasis seinen Kunden an und kann so gleichzeitig für mehrere Personen tätig werden. 

Die angebotenen Tätigkeiten kann man dabei selber festlegen und sich entweder auf ein Themengebiet wie Time-Managment spezialisieren oder allgemeine Aufgaben breiter anbieten. Zu den typischen Aufgaben eines virtuellen Assistenten gehören z.B. E-Mails beantworten, Telefonate tätigen und Termine organisieren. Je nach angebotener Dienstleistung und den eigenen Präferenzen und Stärken kann man auch die Übernahme von Aufgaben aus der Buchhaltung, Vertrieb, Kundensupport oder Marketing anbieten. Hier sollte man sich vorab einmal damit auseinandersetzen, welche dieser Themengebiete einem besonders viel Freude bereiten und in welchen man seinem Kunden den meisten Mehrwert bieten kann.

Wer als VA anfangen möchte, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Erstens die Registrierung bei einem Jobportal für virtuelle Assistenten und zweitens ein eigener Webauftritt mit Social Media Profilen oder einer Website. Wenn man ein bisschen dazu verdienen möchte oder das Ganze erst mal ausprobieren will, ist ein Jobportal wahrscheinlich erst mal die beste Wahl. Einer der bekanntesten Anbieter dafür ist my-vpa.

Eine eigene Website bedeutet natürlich etwas mehr Aufwand sowie höhere Marketingkosten. Dafür ist man aber völlig frei, was das Angebot und die Preisvorstellungen betrifft. Wenn man sich wirklich ein Dienstleistungsbusiness aufbauen möchte, ist eine eigene Website langfristig der bessere Weg.

Was viele unterschätzen, ist auch in diesem Bereich das aufgebaute Netzwerk. Hat man beispielsweise bereits für jemanden gearbeitet und hat dadurch Kontakte, sollten diese genutzt werden. Zusätzlich kann man auch seinen Freunden und der Familie von seinem Vorhaben erzählen. Oft ergeben sich so über das erste Netzwerk Aufträge.

2.3 Entwickler

Laut einer Studie arbeiten mit 28 Prozent die meisten Freelancer im IT/ Software-Bereich. Fähigkeiten wie das Beherrschen von Programmiersprachen wie JavaScript, Python oder C# sind extrem gefragte Fähigkeiten. Wenn man sich mit diesen Programmiersprachen, IT oder Webdesign auskennt, hat man die besten Voraussetzungen für eine sehr gut bezahlte Selbstständigkeit. Der digitale Wandel sorgt dafür, dass Unternehmer immer mehr Tools, Apps und Websites auf den Markt bringen und genau dafür einen Experten suchen. Aufgaben in diesem Bereich werden durch die fortschreitende Digitalisierung gerne outgesourct. Das heißt, zeitintensive Aufgaben werden ausgelagert, um den Fokus auf die gewinnbringenden Unternehmensaufgaben zu setzen.

Der große Vorteil an diesem Markt: Die Nachfrage ist extrem hoch. So gut wie jedes Unternehmen und jeder Selbstständige braucht heutzutage eine Website bzw. ein Online-Angebot. Da aber wenig Menschen Programmiersprachen beherrschen, ist ein Experte auf diesem Gebiet Gold wert. 

2.4 Designer

Sowohl für die Markenpräsenz als auch für Werbung, Visualisierung und Entwicklung kommen Unternehmen nicht um das Thema Design drum herum. Aus diesem Grund ist diese Fähigkeit nicht nur sehr gefragt, sondern wird auch gut bezahlt. Im Tätigkeitsbereich des Designs gibt es Anwendungsfelder wie beispielsweise dem Webdesign, Produktdesign oder der Entwicklung von Designkonzepten zur Steigerung der Markenpräsenz. Hier sollte man sich auf seine eigenen Stärken und Vorlieben fokussieren, um so nicht nur die qualitativ beste Arbeit leisten zu können, sondern auch die Freude an dem, was man tut, nicht zu verlieren.

Die Voraussetzung für diese Arbeit ist der sichere Umgang mit Programmen wie Photoshop, Indesign und Illustrator von Adobe. Neben den technischen Skills spielt auch das Gefühl für Formen, Farben eine entscheidende Rolle. Wenn man sich bereits auf diesem Gebiet auskennt, kann man ohne Probleme als Freelancer in diesem Bereich Geld verdienen. 

2.5 Closer 

Ein sogenannter Closer ist im Geschäftsfeld des Vertriebes angesiedelt. Als Closer geht es hauptsächlich darum, Produkte oder Dienstleistungen an Kunden zu verkaufen. Wer jetzt im ersten Moment an das Themen Kaltakquise denkt, kann beruhigt werden, denn es gibt verschiedene Ansätze der Kundenakquise.

  • Kaltakquise: In diesem Fall meldet man sich bei Personen oder Firmen, die das Angebot noch gar nicht kennen, aber potenzielle Kunden für das jeweilige Unternehmen sind. Die Kontakte sind “kalt”, also kennen das Produkt und meist das Unternehmen noch nicht. Hier geht es vor allem darum, das Produkt oder die Dienstleistung dem Kunden zu erklären und zu schauen, ob eine Zusammenarbeit das Leben des Kunden bereichert. 
  • High-End-Closing: Man verkauft Produkte an Kunden, die Interesse an dem Produkt oder der Dienstleistung gezeigt haben und sich z.B. für Termine über eine Webseite oder ein Webinar melden.

Im ersten Moment klingt der Job als Closer recht simpel, ist aber gar nicht so leicht, wie man es sich vielleicht vorstellt. Ohne ausgeprägte Techniken und fundierten Kenntnissen von Verkaufspsychologie so ein Gespräch zu führen, wird nicht zum Erfolg führen. Wenn man sich aber ein tiefes Wissen rund um das Thema Verkauf, Verhandlung und Psychologie angeeignet hat und dieses auch erfolgreich umsetzt, kann man sehr gutes Geld damit verdienen. Auch hier macht Übung wieder den Meister. Mit der Zeit wird man immer lockerer in Gesprächen und hat viele Einwände der Kunden bereits einmal gehört. Nutzt man das Feedback aus Gesprächen und analysiert seine eigenen Calls, wird man recht schnell zu erfolgreichen Abschlüssen kommen.

Ein Closer verdient in der Regel einen prozentualen Anteil des verkauften Produktes oder der Dienstleistung, die bei ca. 8 bis 15 Prozent liegt. Verkauft man beispielsweise ein Mentoring im Wert von 10.000 Euro, verdient ein Closer zwischen 800 und 1.500 Euro.

Je nachdem, für welches Unternehmen man arbeitet, kann man somit sehr viel Geld in kurzer Zeit verdienen. Das liegt daran, dass man meistens für jeden erzielten Verkauf einen Anteil am Umsatz erhält. Unternehmen zahlen diesen Anteil jedoch gerne, weil jeder Verkauf auch mehr Umsatz für sie bedeutet.

Wer Freude am Kommunizieren hat und bereit ist, sich mit den wichtigen Themen des Verkaufes auseinanderzusetzen, kann als Freelancer in diesem Bereich sehr hohe Stundensätze erreichen und so seine Zeit flexibel einsetzen und nutzen.

Neben diesen fünf beliebten Tätigkeitsfeldern als Freelancer gibt es eine Vielzahl weiterer Berufe, in denen man als Freelancer tätig werden kann:

  • Online (Nachhilfe) Lehrer
  • Übersetzer, Lektor
  • Marketing Spezialist
  • Social Media Manager 
  • Unternehmensberater
  • Journalist/ Reporter
  • SAP Experte 
  • Ingenieurswesen 

3.) Anleitung für den Start: Wie wird man Freelancer?

Geschäftsidee finden

3.1 Eigene Unternehmen gründen

Hat man sich dazu entschieden, sich als Freelancer selbstständig zu machen, gilt es zunächst das eigene Unternehmen zu gründen. Das Ganze ist dabei nicht so schwierig, wie es sich im ersten Moment vielleicht anhört. Im Grunde muss man sich um die folgenden drei Punkte kümmern:

  1. Gewerbe anmelden
  2. Steuern und Buchhaltung
  3. Geschäftskonto eröffnen

Für die nächsten Punkte wird davon ausgegangen, dass man einen Wohnsitz und die Steuerpflicht in Deutschland besitzt. 

Gewerbe anmelden

Hier sollte man sich einmal mit den gängigsten Rechtsformen wie der GmbH oder dem Einzelunternehmen auseinandersetzen. Bei der Wahl der Rechtsform gibt es kein richtig oder falsch, sondern es kommt hierbei immer auf die persönliche Situation an. Die meisten starten mit einem Einzelunternehmen, da dieses schnell und günstig gegründet werden kann.

Den Gewerbeschein für die Anmeldung des eigenen Unternehmens erhält man bei der zuständigen Gemeinde je nach Bundesland für 15 bis 60 Euro. Meist kann die Anmeldung direkt vor Ort durchgeführt werden. Nach der Anmeldung erhält man einen Fragebogen zu steuerlichen Erfassung. Dieser sollte mit einem Steuerberater zusammen ausgefüllt werden. Anschließend erhält man vom Finanzamt seine Umsatzsteuer Identifikationsnummer, die man auf allen seinen Rechnungen angeben muss. 

Steuern und Buchhaltung

Da das Anbieten von Dienstleistungen als Freelancer eine gewerbliche Tätigkeit darstellt, gehen auch die gewerblichen Verpflichtungen damit einher. Hierzu zählt vor allem das Thema Buchhaltung und Steuern. Oft ist dieses Thema für Neugründer abschreckend, doch in Wirklichkeit ist es nicht so schlimm, wie es sich anhört. Das ganze Thema sollte von Anfang an einen guten Steuerberater abgegeben werden. Diesem muss man lediglich die Rechnungen zur Verfügung stellen und er wird für einen kleinen monatlichen Betrag von ca. 50 bis 100 Euro alles Weitere erledigen. Trotz des outsourcen der Buchhaltung sollte man seine Zahlen immer im Blick haben. So erhält man nicht nur eine bessere Übersicht, wann welche Gelder fließen, sondern kann seine Projekte auch besser planen.

Amazon Buchhaltung

In die administrativen Aufgaben wie die der Buchhaltung wird man mit der Zeit “Hineinwachsen”, und sie werden einem helfen, ein Gefühl für die Zahlen im eigenen Unternehmen zu bekommen. Zudem ist dank nutzbarer Tools können diese Aufgaben sehr vereinfacht abgebildet werden. Für die Buchhaltung ist SevDesk und für die Rechnungserstellung easybill klar zu empfehlen. 

Geschäftskonto

Nun wird für den Start nur noch ein Geschäftskonto benötigt. Man sollte von Anfang an seine privaten von den geschäftlichen Ausgaben trennen. Nur so hat man einen Überblick über seine Ausgaben und Einnahmen. Von diesem Konto überweist man sich ganz einfach ein monatliches Gehalt, was nicht nur die Planung, sondern das Ganze vereinfacht einem Steuerberater auch seine Arbeit. Ein Geschäftskonto kann man bei jeder gängigen Hausbank eröffnen. Die monatlichen Kosten belaufen sich dabei im Schnitt auf 12 bis 15 Euro. 

3.2 An Kunden kommen 

Eine der größten Herausforderungen als Freelancer ist die Kundenakquise. Nachdem man sein Angebot definiert hat, kommen die Kunden in der Regel nicht von alleine. Hier sollte man sein Angebot auf möglichst vielen Kanälen präsentieren. Das Fundament bildet eine eigene Webseite. Hier kann man mit einfachen Baukastensystemen von Wix, Jimdo oder Shopify seine erste Seite erstellen. Der Aufbau muss hierfür nicht komplex sein, sollte allerdings immer den Expertenstatus vermitteln. Beispiele bisheriger Arbeiten, Referenzen und Testimonials unterstützen die Glaubwürdigkeit der eigenen Arbeit. 

Neben einer eigenen Internetseite sollte je nach Tätigkeitsfeld auch eine gewisse Online-Präsenz vorhanden sein. Ein Experte im Bereich Instagram und Facebook Werbung sollte auch eine eigene, gut strukturiere Instagram und Facebook Seite haben. 

Die einfachste Möglichkeit, sein Angebot zu präsentieren und an Aufträge zu kommen, sind Freelancerplattformen wie Fiverr oder Up-Work.  

Fiverr: Fiverr ist eine digitale Anlaufstelle für Unternehmen, die Dienstleistungen über Freelancer in den verschiedensten Bereichen buchen wollen. Ein Großteil der Freelancer auf der Plattform stammt aus nicht deutschsprachigen Ländern, weshalb die Plattform großes Potenzial für deutschsprachige Freelancer bietet. Nach einer Registrierung kann man sein Angebot anhand von einfachen Fragen erstellen und online setzen. Sucht nun jemand nach genau dieser Dienstleistung und entscheidet sich für eine Zusammenarbeit, wird der vorher im Angebot angegebene Preis vom Kunden gezahlt. Fiverr nimmt für die Bereitstellung der Plattform eine Provision von 20 Prozent pro Auftrag.

Up-Work: Freelancer-Aufträge über Up-Work zu erhalten, funktioniert recht simpel. Nach der Registrierung können eigene Angebote erstellt werden. Diese Erstellung ist genau wie bei Fiverr zunächst kostenlos. Zuerst werden die Dienstleistung, die Kosten und die Tätigkeit beschrieben. Bei der Bezahlung kann zwischen einem Festbetrag und einer Abrechnung auf Stundenbasis gewählt werden. Nun haben alle User der Plattform die Möglichkeit, den Angebotssteller zu kontaktieren und zu buchen. Die Zahlungen werden nach erfolgreicher Fertigstellung über Up-Work abgewickelt. Hier fällt eine Provision von 2,75 Prozent an. Das Schöne an der Plattform ist, dass genau wie bei Fiverr auch erst Kosten auf den Freelancer zukommen, wenn es zu einem Auftrag gekommen ist.

Darüber hinaus gibt es weitere Plattformen, die sich auf gewisse Bereiche fokussieren. Beispielsweise können sich Designer über 99Design für Aufträge bewerben oder Texter über Content.de oder Textbroker an Kunden kommen. Am besten sucht man hier gezielt in seinem Fachbereich nach den besten Anlaufstellen aus Sicht der Kunden und registriert sich dort als Freelancer.

Neben den beschriebenen Wegen spielt das Netzwerk eine große Rolle. Aus diesem Grund sollte man sich regelmäßig mit anderen Freelancern und Unternehmern treffen und austauschen. Tolle Möglichkeiten sind hier Facebook-Gruppen oder Masterminds.

5 Tipps für den Start als Freelancer

Pricing bestimmen

Viele Freelancer tun sich bei der angebotenen Dienstleistung schwer, einen Preis für die Tätigkeit festzumachen. Hier gilt es vor allem den eigenen Wert der Fähigkeiten und den Markt der Mitbewerber zu kennen. Diese gibt bereits vorab einen sehr guten Richtwert. Der durchschnittliche Freelancer hat im Jahr 2020 einen Durchschnittsstundenlohn von 94,28 Euro pro Stunde. Das Ganze ist allerdings stark abhängig von dem jeweiligen Tätigkeitsfeld. 

Preis als Freelancer bestimmen

Rücklagen bilden

Eine der wichtigsten Faktoren für den langfristigen Erfolg als Unternehmer oder selbstständiger ist das Thema Rücklagen. Dies hat vor allem zwei Gründe. Ersten ist Sicherheit eines der Grundbedürfnisse jedes Menschen. Für die innere Gelassenheit und Freude, die man bei vielen Tätigkeiten als Freelancer braucht, ist es demnach unabdingbar, sich gewisse finanzielle Rücklagen zu bilden. Zweiten hilf es, große Entscheidungen zu treffen und gewisse Risiken einzugehen, da man über einen gewissen Rahmen verfügt, welcher Sicherheit vermittelt. Als Faustformel gilt, genug zurückgelegt zu haben, um seinen Lebensstandard und seine Tätigkeit für mindestens 6 Monate ohne Einkommen weiter ausführen kann.

Wunschkunden definieren

Eine genaue Zielgruppendefinition ist ein viel unterschätzter Bereich in allen Tätigkeitsfeldern, in dem man ein Produkt oder eine Dienstleistung einem Kunden anbietet. Je besser man seinen Wunschkunden kennt, desto besser kann man potenzielle Kunden finden und sein Angebot genau auf die Bedürfnisse dessen gestalten. Hier ist ein Kundenavatar hilfreich. Durch bestimmte Fragen wird der Wunschkunde definiert:

  1. Wie alt ist mein Wunschkunde?
  2. Was ist meinem Wunschkunden wichtig?
  3. Welche Einwände könnten Kunden haben?
  4. Was hindert ihn, mit mir zu arbeiten?

Auch Nein sagen

Es ist wichtig zu verstehen, dass man von Zeit zu Zeit zu Projekten und Kunden Nein sagen muss. Die Qualität der eigenen Arbeit steht dabei immer an oberster Stelle. Sollte diese durch zeitliche Engpässe nicht mehr gegeben sein, ergibt es keinen Sinn, neue Kunden aufzunehmen, nur um mehr Geld zu verdienen. Ziel sollte es immer sein, sowohl für den Freelancer als auch für den Auftraggeber eine lohnende Konstellation zu schaffen. Sollte einem beispielsweise ein sehr guter Stundenlohn für einen Auftrag angeboten werden, wo der Freelancer bereits im Vorhinein weiß, dass es nicht sein Schwerpunktgebiet ist, gilt es solche Projekte abzulehnen, denn Qualität geht immer vor Geschäftsvolumen.

Eigenen Wert kennen

Viele Freelancer verkaufen sich gerade am Anfang deutlich unter Wert. Es gilt den sogenannten Sweetspot eines angemessenen Preises für die Dienstleistung zu finden. Hierbei ist es wichtig, den eigenen Wert und den des Marktes zu kennen. Oft wird dem Kunden zu viel Macht geben und es wird die eigne Position kleiner dargestellt, als sie ist. Ziel ist eine Win-win-Situation, denn für gute Arbeit soll man auch angemessen bezahlt werden.

Fazit – So wird man ein Freelancer

Der Start in die Selbstständigkeit ist über den Weg des Freelancers recht einfach. Sein eigenes Unternehmen kann man innerhalb weniger Minuten Gründen und bis auf einen Laptop und eine stabile Internetverbindung sind keine Investitionen notwendig. Neben Freiheit und Unabhängigkeit bekommt man als Freelancer die Möglichkeit, sich mit den Themen und Bereichen auseinanderzusetzen, die einem wirklich Freude bereiten. Man sollte sich vor dem Start seine Gedanken machen, WARUM man in die Selbstständigkeit geht. Sind es die Faktoren der Leidenschaft und Begeisterung für das Themengebiet, in dem man tätig ist, ist das Arbeiten als Freelancer der richtige Weg für einen. Ist es die Freude an der Unabhängigkeit, Freiheit und der Leidenschaft etwas Eigenes aufzubauen, eignen sich Geschäftsmodelle wie Amazon FBA besser.

Als Freelancer wird man immer Geld gegen Zeit tauschen, was die Skalierbarkeit nur bis zu einem gewissen Punkt möglich macht. Bei steigender Expertise kann man selbstverständlich höhere Preise verlangen, zumeist gibt es hier allerdings Grenzen. Möchte man unabhängig von Zeit Geld verdienen, müssen diese beiden Faktoren voneinander entkoppelt werden. Wie das funktioniert, kann im Artikel Amazon FBA Schritt-Für-Schritt nachgelesen werden.

Egal für welches Modell man sich am Ende entscheidet, ist es der richtige Weg, sich einmal mit all den Möglichkeiten auseinanderzusetzen, um nicht nur seine finanziellen, sondern auch seine persönliche Freiheit und Unabhängigkeit zu erreichen. Dank des Internets und bewährter Systeme hat jeder heute die Möglichkeit dazu. Outsourcing spielt in der zunehmend digitalisierten Unternehmerwelt eine immer größere Rolle und bietet so die besten Möglichkeiten für den Start als Freelancer.


FAQ – Häufig gestellte Fragen


• Wie wird man in Deutschland Freelancer?

Das Ganze ist recht simpel. Neben einem passenden Angebot benötigt man lediglich einen Gewerbeschein, welchen man recht schnell bei der jeweilige zuständigen Gemeinde erhält.  

• Freelancer werden, worauf muss man achten?

Neben der Qualität seiner angebotenen Dienstleistung sollte man das Thema Steuern und Buchhaltung im Auge behalten. Eine genaue Schritt-Für-Schrittanleitung, auf was geachtet werden muss, findet man hier.

• Womit Freelancer werden?

Womit man als Freelancer sein Geld verdienen möchte, hängt stark von den eigenen Fähigkeiten und Stärken ab. Die beliebtesten Tätigkeitsfelder sind Entwickler, Designer und Closer.