Shopify Alternative: Die besten Shopsysteme im Vergleich

Shopify ist wohl das bekannteste System für Online-Shops. Ob es bessere Alternativen gibt und was die jeweiligen Vor- und Nachteile sind, wird in diesem Artikel verglichen.
Shopify Alternativen
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Lesezeit 13 Minuten

Wer sich mit einem E-Commerce Business selbstständig machen möchte, wird früher oder später auf das Shopsystem Shopify stoßen. In den letzten Jahren hat Shopify eine rasante Entwicklung hingelegt und wird besonders bei jungen E-Commerce Gründern immer beliebter. Der Grund dafür ist vor allem die Simplicity, denn über Shopify kann wirklich jeder einen professionellen Shop aufbauen, auch ohne Programmierkenntnisse. 

Doch auch wenn Shopify der bekannteste Anbieter in diesem Bereich, gibt es viele andere Systeme, mit denen sich vergleichbare oder sogar noch bessere Ergebnisse erzielen lassen. Diese unterschieden sich vor allem in Sachen Kosten, Flexibilität und SEO, wo es bei Shopify noch Optimierungspotenzial bzw. je nach Anforderung einige Nachteile gibt.

Viele vergessen, dass die Software hinter einem Online-Shop maßgeblich für den kurz- und langfristigen Erfolg des Unternehmens verantwortlich ist. Besonders wenn das Business wächst, stoßen einige Shopsysteme an ihre Grenzen. Das heißt, es lassen sich z.B. keine individuellen Änderungen am Design vornehmen, der Check-Out-Prozess kann nicht für Conversion optimiert werden oder die Seite stürzt aufgrund des hohen Traffics ab. Wer bereits vorher auf ein Shopsystem setzt, welches den langfristigen Anforderungen gerecht wird, erspart sich später viele Kosten und Mühen. 

Das richtige Shopsystem kann natürlich Shopify sein, muss es aber nicht! Deswegen werden in diesem Artikel weitere Anbieter neben Shopify vorgestellt und auf ihre Möglichkeiten untersucht. Wer noch nicht auf Shopify verkauft und gerade auf der Suche nach einem Einstieg in den E-Commerce ist, findet am Ende des Artikels noch einen alternativen Vertriebsweg, für den man keinen eigenen Online-Shop braucht und deutlich schneller hohe Umsätze erwirtschaften kann. 

Shopify Vor- und Nachteile – Wie gut ist das System?

Man kann Shopify eigentlich auch als das Apple der Shopsysteme betrachten. Zu vergleichsweise hohen Kosten erhält man ein starkes Produkt, mit dem wirklich jeder umgehen und in kurzer Zeit einen professionellen Online-Shop aufbauen und launchen kann. Im Gegenzug muss man mit den Funktionen von Shopify auskommen und bleibt in seiner gestalterischen Freiheit eingeschränkt. 

Shopify bietet den Nutzern eine kostenlose Testphase sowie drei verschiedene Pläne ab 29 USD monatlich. Das ist an sich ein fairer Preis, allerdings müssen viele Funktionen über Plugins zugekauft werden, für die man ebenfalls mtl. Gebühren zahlen muss. Da man um das ein oder andere Plugin nicht drum rumkommt, ist dieser Punkt für Gründer mit wenig bis keinem Startkapital ein kleiner Nachteil. Ein sehr wichtiges Plugin ist z.B. ein Page-Builder, mit dem man seine einzelnen Seiten umfangreicher bearbeiten kann. 

Nach der Anmeldung hat man zwei Wochen Zeit, Shopify zu testen und sich für einen Plan zu entscheiden. In diesem Zeitraum kann man es bereits schaffen, einen vollwertigen Online-Shop über Shopify zu bauen, wenn das nötige Material (Bilder, Texte und Videos) bereits vorhanden ist. Nach der Testphase hat man noch ein paar Tage Zugriff, bevor das Konto deaktiviert wird. Der Shop bleibt aber zwei Jahre gespeichert, sodass man das Konto jederzeit inklusiver aller Daten reaktivieren kann. 

Die Oberfläche ist sehr übersichtlich und man findet sich bereits nach wenigen Tutorials oder einer kurzen Einarbeitungsphase in Shopify zurecht. Man hat die Wahl zwischen mehreren gratis Themes, die eine Startseite und verschiedene Unterseiten beinhalten. Die verschiedenen Menüs und Seitenstrukturen kann man natürlich modifizieren und individuell anpassen. Es ist auch möglich, Content-Marketing über einen Blog zu betreiben, allerdings ist diese Funktion nicht besonders entwickelt. Wer viel Wert auf einen guten Blog legt, sollte diesen daher entweder über WordPress erstellen und an den Shop verlinken oder den Shop gleich über WordPress laufen lassen. Dazu später mehr. 

Der Einstellungsprozess von Produkten ist super einfach und ähnelt dem von großen Marktplätzen wie Ebay oder Amazon. Problematisch ist hingegen, dass man pro Produkt nur drei Varianten-Optionen bei insgesamt 100 Varianten hinzufügen darf. Varianten sind verschiedene Ausführungen eines Produktes, wie z.B. Größe und Farbe bei einem T-Shirt. Würde man z.B. ein Basic-T-Shirts in 10 Farben verkaufen und dieses in 1,2 und 3er-Packs mit unterschiedlichen Größen anbieten, stößt Shopify schon an seine Grenzen.  

Für alle, die sich vielleicht erstmal im E-Commerce ausprobieren möchten, mit den Funktionen von Shopify auskommen oder genug Kapital für entsprechende Plugins haben, ist Shopify ein wirklich gutes Programm. Viele großen Marken setzen bereits auf Shopify, haben aber entsprechend auch das nötige Kapital für den vollen Funktionsumfang. Das folgende Beispiel verdeutlicht, dass mit Shopify auch sehr individuelle Designs möglich sind: 

Shopify Alternative Plattform

Shopify Alternativen – Überblick

Natürlich gibt es neben noch unzählige Anbieter auf dem Markt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Bei der Suche nach dem richtigen Shopsystem braucht man aber nicht alle Anbieter in Betracht zu ziehen. Im folgenden Vergleich wird eine Auswahl der relevantesten Programme vorgestellt. Mit jeder dieser Möglichkeiten lässt sich ein professioneller Online-Shop aufbauen, allerdings hängt es vom Gründer, dem Kapital und dem langfristigen Ziel des Unternehmens ab, welches System sich besonders gut eignet. 

1. BigCommerce

Die Plattform BigCommerce ist Shopify sehr ähnlich und bietet für dieselbe monatliche Gebühr das volle Shop-Paket an. Der Hauptunterschied liegt darin, dass in diesem Preis deutlich mehr enthalten ist, also weniger Plugins zugekauft werden müssen. Besonders interessant sind die verschiedenen Möglichkeiten, die insgesamt über 70 verschiedene Rabatte möglich machen. Dazu gehören z.B. Mengenrabatte, Sonderaktionen oder Bestandskunden-Rabatte. Ein großer Vorteil ist zudem der integrierte Pagebuilder, über den sich die Seiten ohne Plugin umfangreicher gestalten lassen. 

Natürlich ist BigCommerce nicht so groß wie Spotify und belegt den fünften und letzten Platz der meistgenutzten Shopsysteme auf den Top 1 Million Websites (Shopify ist auf Platz 2). Da BigCommerce immerhin in den Top 5 ist, muss man sich wegen der Größe keine Sorgen machen. Trotzdem gibt es für die etwas bekannteren Programme, also WooCommerce und Shopify natürlich mehr Drittanbieter und Agenturen, die sich auf den Aufbau und die Entwicklung von Plugins und Seiten über das jeweilige System spezialisieren. 

Ähnlich wie bei Shopify ist es möglich, die Funktionen von BigCommerce 15 Tage lang zu testen. Da es aber viel mehr Funktionen als bei Shopify gibt, dauert die Einarbeitungszeit etwas länger und man wird für den Aufbau des Shops wahrscheinlich mehr Zeit brauchen. Nach Ende des Testzeitraums fällt die Gebühr in Höhe von 29,95 USD an, in welcher so gut wie alle Funktionen enthalten sind. Ein Nachteil am Gebührensystem von BigCommerce ist, dass man mit höheren Umsätzen gezwungen wird, sein Abonnement zu upgraden. 

Insgesamt gibt es drei weitere Modelle, nämlich das Plus, Pro und Enterprise Modell. Das Pro-Paket erlaubt beispielsweise 3.000 monatliche Bestellungen. Wer mehr verkauft, zahlt nochmal 80 USD mehr pro 1.000  Bestellungen. Früher oder später kann auch ein Wechsel zum Enterprise-Modell nötig werden, dessen Kosten von BigCommerce individuell auf den Nutzer angepasst werden, also recht hoch ausfallen können. 

Transaktionsgebühren gibt es nicht, allerdings fallen für Bestellungen über Kreditkarten die üblichen Kosten an. Das lässt sich kaum vermeiden, sollte aber mit einkalkuliert werden. Die Gebühren betragen 2,9 % des Preises sowie 0,30 USD pro Bestellung. Mit dem Upgrade auf teurere Pläne sinken diese Gebühren auf bis zu 2,2 %. Shopify ist hier mit 2,4 % in der Basis-Variante etwas günstiger. 

2. WooCommerce 

WooCommerce ist kein umfängliches Shopsystem, sondern ein Shop-Plugin für das meistgenutzte Content-Management-System (CMS) WordPress. Ungefähr 40 % aller Websites basieren auf WordPress, entsprechend groß ist auch die Nutzung von WooCommerce. Die große Bekanntheit bringt natürlich viele Vorteile mit. Kaum ein anderes CMS ermöglicht so viele Freiheiten und stellt ein so großes Netzwerk aus Drittanbietern, Entwicklern und Dienstleistern zur Verfügung. Andererseits wird die Erstellung der Seite dadurch deutlich komplexer. Wer sich nicht bereits auskennt, muss sich entweder lange einarbeiten oder Geld für einen Dienstleister investieren. 

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Shopsystem ist, dass man eine WooCommerce Seite selbst hoste muss und damit auch für die IT-Sicherheit verantwortlich ist. Es gibt jedoch viele gute Tutorials auf YouTube, die erklären wie man eine Domain kauft und mit WordPress verknüpft. Dafür entstehen natürlich Kosten, allerdings zahlt man für WordPress und WooCommerce keine monatlichen Gebühren. Das heißt aber nicht, dass der Shop auch kostenlos geführt werden kann. Für Zahlungsanbieter braucht man in der Regel Plugins und zahlt je nach Zahlungsart auch eine Gebühr. 

Besonders relevant ist WooCommerce für alle, die viel Wert auf Content-Marketing und die individuelle Ausgestaltung eines Blogs legen. Es gibt tausende von kostenlosen oder kostenpflichtigen Themes und Plugins, mit denen auch für Anfänger sehr viel umgesetzt werden kann. Der bekannteste Marktplatz für Themes ist Themeforest mit über 11.000 verschiedenen WordPress-Themes. Diese riesige Auswahl zieht den Prozess natürlich in die Länge und kann besonders für Gründer ohne Website-Erfahrung etwas überfordernd sein. 

Aufpassen sollte man auch bei seinem Hosting-Anbieter, da dieser zu einem großen Teil zur Benutzerfreundlichkeit der Seite beiträgt. Wesentliche Faktoren sind hier der vorhandene Webspace, Datenbanken und natürlich der Speed der Seite, also die Ladezeit. Auch der maximale Traffic kann begrenzt sein, was besonders vor Werbeaktionen überprüft und entsprechend aktualisiert werden sollte. Für die optimale Vorbereitung schaut man sich am besten einen Hosting-Vergleich auf YouTube oder Google an und findet für sich das beste Angebot. 

Zusammengefasst ist WooCommerce eine der besten Möglichkeiten, sich mit einem professionellen Online-Shop inkl. Content-Marketing zu positionieren. Der riesige Umfang erfordert natürlich eine längere Einarbeitungszeit und nicht alles lässt sich ganz ohne Programmierkenntnisse verändern. Durch die große Community findet man aber fast zu jedem Problem eine Lösung und kann auf ein riesiges Netzwerk an Dienstleistern zurückgreifen. Wer sich nicht so umfangreich mit WordPress beschäftigen möchte, aber trotzdem effektives Content-Marketing betreiben will, kann seinen Shop auch über Shopify laufen lassen und diesen mit einem WordPress Blog verbinden. 

3. Shift4Shop 

Shift4Shop ist eine Alternative, die sich besonders in ihrem Gebührenmodell von anderen Shopsystemem unterscheidet, grundsätzlich aber der Struktur von Shopify oder BigCommerce zuzuordnen ist. Das heißt, man erhält ein fertiges System, welches erstmal alle wichtigen Funktionen für den Aufbau eines Shops beinhaltet. Das besondere ist, dass man alle Funktionen in vollem Umfang kostenlos nutzen darf, wenn man das Bezahlsystem von Shift4Shop verwendet. Auf diesen Vorteil folgt jedoch direkt der Nachteil für deutsche Seller: Das kostenlose Modell ist nur für US-Verkäufer zugänglich. Wer aus einem anderen Land kommt, muss sich an einem der kostenpflichtigen Modelle bedienen, mit denen leider auch Einschränkungen einhergehen. 

Trotzdem bekommt man im Basis und Plus Paket viel mehr Möglichkeiten als bei Shopify. Besonders in Bezug auf Marketing und SEO stehen einem weitere Optionen zur Verfügung. So lässt sich z.B. die URL eines Produkts individuell anpassen, man kann kostenloses E-Mail-Marketing betreiben oder ein Affiliate-Programm in die eigene Seite integrieren. Wie bei den meisten Shopsystemen sind die Möglichkeiten in Bezug auf Content-Marketing nicht besonders umfangreich, lassen sich aber durch E-Mail-Marketing effektiver vermarkten. 

Shift4Shop ist im Gegensatz zu den anderen Plattformen nicht besonders groß ist, weshalb es weniger Drittanbieter und Experten gibt, die Plugins entwickeln oder einem bei Problemen helfen können. Da es sich um ein amerikanisches Tool handelt, sind Backend und Support ausschließlich in englischer Sprache vorhanden. Ohne entsprechende Sprachkenntnisse kann die Erstellung eines Shops also sehr mühsam werden. 

Insgesamt ist Shift4Shop eine sehr gute Alternative mit vielen zusätzlichen Funktionen. Fraglich ist, ob man diese Funktionen als Anfänger überhaupt braucht. Gerade in der Gründungsphase ist es hilfreich, erstmal alles so simpel wie möglich zu halten. Ein Start mit Shift4Shop wäre wahrscheinlich unnötig kompliziert und würde u.a. wegen der Sprachbarriere viel Einarbeitung erfordern. Hinzu kommt, dass man als deutscher Bürger nicht vom Haupt-USP profitieren kann, also 229 USD bezahlen muss, wenn man alle Funktionen freischalten will. 

Shift4Shop Alternative

4. Shopware 

Bei Shopware handelt es sich um ein deutsches Shopsystem, welches eher für fortgeschrittene Verkäufer geeignet ist, aber auch ein Anfänger freundliches Programm anbietet. Das liegt zum einen an den höheren Preisen für Plugins, Themes und das Programm selbst, zum anderen an den dem großen Umfang, der zwar deutlich mehr Freiheiten zulässt, aber mehr Einarbeitung erfordert.  

Shopware bietet insgesamt drei verschiedene Preismodelle an, die entweder abonniert oder einmalig gekauft werden. Los geht es mit der Starter-Edition, die man kostenfrei nutzen kann. Diese beinhaltet bereits alle wichtigen Funktionen für einen Shop, also unlimitierte Produkte und Bestellungen, Rechtssicherheit, einige Marketing-Tools sowie eine eigene URL. Weitere Optionen können dann entsprechend über Plugins hinzugekauft werden. 

Für die Professional-Edition zahlt man monatlich 99 € oder einmalig 1.999 €. Während es bei anderen Shopsystemen eher kleinere Unterschiede bei etwas steigenden Preisen gibt, bietet die Professional-Edition viele Features, die man wirklich erst braucht, wenn man bereits einen funktionierenden Online-Shop betreibt. Dazu gehört das Erschließen neuer Verkaufskanäle wie Instagram oder Facebook, Mehrsprachigkeit und unterschiedliche Währungen sowie zusätzlich die Möglichkeit, seinen Shop mit zusätzlichen Content-Marketing-Tools individueller zu gestalten. Ab dem Professional Tarif kann man seine Website auch selbst hosten und erhält so die volle Kontrolle über seine IT-Struktur. 

Die Enterprise-Edition eignet sich für große Unternehmen, die eher komplexe Anforderungen an ihre E-Commerce-Seite haben. Dabei liegen die Kosten bei monatlich 2.495 € oder 39.995 € einmalig. Wer dieses Paket bucht, ist ein Premium-Kunde und profitiert von einer engen Zusammenarbeit mit Shopware sowie weiteren Features für komplexere Vorgänge in großen Unternehmen. Dazu gehören z.B. Multishop-Lösungen, B2B-Geschäfte oder individuelle Rollenverwaltungen für Mitarbeiter. 

Shopware ist eine Lösung, die unbegrenzte Freiheiten zulässt und sich daher sehr gut für komplexere E-Commerce Geschäftsmodelle eignet. Anfänger, die gerade erst mit E-Commerce starten und vielleicht nicht viel Startkapital zur Verfügung haben, sind mit Shopify wahrscheinlich besser bedient. Denn Shopware beinhaltet in der kostenlosen Variante keinen Support und viele Nutzer beschweren sich über die Notwendigkeit von kostenpflichtigen Plugins, auch im Professional Tarif. Viele bekannte und große Marken setzen jedoch auf Shopware, was nochmal verdeutlicht, dass das Tool in der Lage ist, große Projekte umzusetzen. Diese Marken haben allerdings auch viele Mitarbeiter, das entsprechende Budget und die IT-Struktur, um solche Projekte zu realisieren. 

Woocomerce Alternative

Marktplätze als Alternative zu Online-Shops

Bevor man sich für ein Shopsystem entscheidet, sollte man sich überlegen, ob man seine Produkte nicht auch auf einem Marktplatz launchen könnte. Ein Marktplatz hat nämlich den Vorteil, dass man die Infrastruktur der Seite nicht erst aufbauen muss, sondern bereits auf einer Seite mit vielen Millionen Kunden verkauft. Natürlich kommt es immer auf das Produkt und die jeweiligen Ziele an, für Einzelgründer im E-Commerce, die erstmal mit 1-5 Produkten starten wollen, ist ein Marktplatz in den meisten Fällen jedoch besser geeignet. 

Dazu ein vereinfachtes Beispiel: Angenommen man hat sich entschlossen, Apfelbäume anzupflanzen und die Früchte zu verkaufen. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder man stellt sich mit seinem Stand einfach irgendwo hin, oder man bucht einen Stand auf dem Wochenmarkt. Verkauft man einfach irgendwo, kommt vielleicht ab und zu jemand vorbei, der aber eigentlich keine Äpfel kaufen möchte. Mit viel Überredungskunst und Werbung schafft man es jedoch, den ein oder anderen Verkauf zu generieren. 

Der Wochenmarkt wird jedoch ausschließlich von Menschen besucht, die bereits die Intension haben, Gemüse und Früchte einzukaufen. Bis auf ein gutes Produkt braucht man also fast keine weiteren Marketingmaßnahmen und kann bereits am ersten Tag viele Verkäufe erzielen. Denn dort wo wie viele Händler sind, sind auch viele Kunden. Natürlich zahlt man eine Standgebühr an den Marktbetreiber, die aufgrund der viel höheren Umsätze jedoch schnell wieder erwirtschaftet ist. 

So verhält es sich auch im Online-Handel. Als Online-Shop muss man sich nicht nur gegen Marktplätze wie Amazon und Ebay, sondern auch gegen etablierte Konkurrenten mit eigener Seite behaupten. Um auf das Beispiel mit dem Apfel zurückzukommen: Für jeden Verkauf bräuchte also man einen Kunden, der seine Äpfel nicht auf dem Markt oder im Geschäft einkauft, sondern sich extra die Mühe macht, an den eigenen Stand außerhalb zu kommen. Das ist zwar alles möglich, erfordert aber deutlich mehr Marketing-Arbeit. 

Aber wann kann man überhaupt auf einen Marktplatz zurückgreifen? Eigentlich immer, wenn es einen Marktplatz mit entsprechender Reichweite gibt. Das trifft z.B. auf E-Books, Videokurse, Apps und physische Produkte zu. Für digitale Bücher gibt es Amazon KDP, Videokurse können über Udemy verkauft werden, Apps in den jeweiligen Stores und physische Produkte auf Amazon oder Ebay, je nachdem, um was es sich handelt. 

Physische Produkte: Amazon oder Ebay

Bei physischen Produkten hat man grob drei Möglichkeiten: Man kann Produkte entwickeln sowie gebrauchte oder bereits hergestellt Ware verkaufen. Je nach Kapital und langfristigen Zielen eignet sich der eine oder andere Vertriebsweg besser. Amazon ist beispielsweise eher für neue Produkte geeignet, die man unter eigener Marke entwickelt und produzieren lässt, während sich auf Ebay eher Großhandelsware oder Gebrauchtware verkauft. Aber wie soll man als Einzelperson ein Produkt entwickeln?

Über Amazon selbst kann man herausfinden, welche Produkte sich aktuell gut verkaufen, obwohl sie eigentlich eine schlechte Qualität haben oder schlecht optimiert sind. Diese Produkte kann man anhand der negativen Rezensionen verbessern und in anderen Ländern, aber auch in Deutschland nach einem Hersteller suchen, der das Produkt nach den eigenen Wünschen produzieren kann. Nach der Produktion kann die Ware direkt ins Amazon Lager geschickt werden, wo sie von Amazon Mitarbeitern eingelagert, verpackt und per Prime an die Kunden verschickt wird. 

Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Marktplätzen und einem Online-Shop. Über Amazon FBA kann der gesamte Logistik-Prozess zu sehr fairen Konditionen ausgelagert werden, während man sich selbst auf das Wachstum seines Business konzentriert. Kurz gesagt, Amazon liefert einem Millionen von kaufwilligen Kunden und kümmert sich noch dazu um den Versand. Einen besseren Einstieg in den E-Commerce gibt es eigentlich nicht. 

Um zu verdeutlichen, was auf Amazon möglich ist, noch ein konkretes Beispiel. Das folgende Bild zeigt eine Analyse der ersten Ergebnisse auf Amazon für eine Knoblauchpresse. Jede Spalte ist ein eigenes Produkt und erwirtschaftet die ganz rechtsstehenden Umsätze. Bis auf ein einziges Produkt generiert jede Knoblauchpresse monatlich einen fünfstelligen Betrag. Mit einem Online-Shop, auf dem vielleicht 1-5 Knoblauchpressen verkauft werden, wäre das kaum möglich. Natürlich werden die Produkte auf Amazon auch beworben, allerdings gibt es dafür ein internes Tool, welches deutlich kosteneffizienter arbeitet als Facebook oder Google. Nicht vergessen: Kunden bringen die Kaufabsicht schon mit und müssen das Produkt nur ausgespielt bekommen. 

Amazon als Alternative

Ebay hat sich schon damals eher auf Gebrauchtware spezialisiert und ist auch heute noch eine beliebte Anlaufstelle für gebrauchte Markenprodukte oder Sammlerstücke. Da Kunden hier eher nach günstigen Schnäppchen suchen, ist Ebay mehr für Restposten, Markenprodukte oder Großhandelsware geeignet. Eigens hergestellte Waren lassen sich lukrativer unter eigenem Listing auf Amazon verkaufen. 

Der Handel auf Ebay ist auch unter dem Namen Reselling bekannt, also dem An- und Verkauf von vielen Produkten in einer Kategorie. Diese Strategie eignet sich besonders dann, wenn das Startkapital noch begrenzt ist. Über Flohmärkte und Kleinanzeigen kommt man zum Teil sehr günstig an gute Produkte heran, die man deutlich teurer auf Ebay verkaufen kann. Besonders beliebt sind Sneaker, Sammelobjekte, Spielzeug oder Marken. 

Wer jetzt denkt, dass sich das eigene Geschäftsmodell vielleicht doch besser für Ebay oder Amazon eignet, findet in den nächsten beiden Artikel alles Wichtige zu den entsprechenden Vertriebswegen: 

  1. Amazon FBA Anleitung: Die Schritte für den Start!
  2. ebay Verkäufer werden: Eine Anleitung für Erfolg
  3. Reselling: So verdient man Geld als Reseller

Fazit – Shopify Alternativen

Jedes Shopsystem hat seine eigenen Vor- und Nachteile, die ganz von den Plänen des Gründers abhängen. Diese gilt es zu analysieren, um für sich den besten Vertriebsweg zu finden. Andererseits sollte man hier auch nicht zu viel Zeit verlieren, denn nicht ohne Grund dominieren nur wenige der vielen Systeme den Markt. Wieso also nicht ein System benutzen, welches bereits millionenfach erfolgreich genutzt wird? 

Wem es um schnelles Wachstum und schnelle Ergebnisse geht, sollte sich ebenfalls fragen, ob sich nicht erstmal ein Marktplatz besser für den Start eignet. Denn dort gibt es Millionen von Kunden, die bereits eine Entscheidung getroffen haben und nur noch durch das Produkt an sich überzeugt werden müssen. Wer also kein aufwendiges Branding betreibt, kein kompliziertes Produkt verkauft und ohne viel Startkapital einsteigt, sollte diese Möglichkeit unbedingt in Betracht ziehen. Abschließend noch ein kurzes Fazit zu den besten drei Shopsystemen: 

  1. Shopify: Sehr einfache Shop-Erstellung für wenig Geld. Eignet sich perfekt für Einsteiger im E-Commerce oder Dropshipping-Händler. Wer keine hohen Anforderungen an sein Shopsystem hat, keine komplexen Angebote (z.B. viele Varianten) verkauft und möglichst schnell loslegen will (fertige Themes etc.), ist mit Shopify schon sehr gut versorgt. 
  1. WooCommerce: Gründer ohne viel Startkapital nutzen häufig Content-Marketing, um langfristig Kunden zu gewinnen. Mit dem WordPress-Plugin WooCommerce kann ein professioneller Online-Shop ohne großen Einschränkungen in Bezug auf Content aufgebaut werden, während die meisten anderen Shopsysteme nur eine sehr rudimentäre Blogfunktion besitzen. Im Gegenzug ist die Erstellung etwas komplexer und erfordert je nach Anforderung auch Programmierkenntnisse. Zusätzlich muss die Seite selbst gehostet werden, was einen zusätzlichen Aufwand darstellt. 
  1. Shopware: Wer mit Shopify oder einem anderen Shopsystem gestartet ist und komplexere Projekte umsetzen will, kann über einen Wechsel zu Shopware nachdenken. Große Firmen wie Douglas, Jägermeister, M&M oder ThyssenKrupp haben ihre umfangreichen E-Commerce Seiten über Shopware aufgebaut. Für Projekte in der Größenordnung braucht es jedoch ein großes Team und das entsprechende Kapital. Kleinere Händler im Basis oder Pro Tarif kritisieren, dass man für viele Funktionen extra zahlen muss und das System für kleinere Händler nicht gut funktioniert. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen


Welche Shopify Alternativen gibt es?

Die bekannteste Shopify Alternative ist wahrscheinlich WooCommerce, das Shop-Plugin für WordPress. Weitere bekannte Shopsysteme sind BigCommerce, Shift4Shop oder Shopware. 

Was sind Nachteile bei Shopify?

In den meisten Fällen müssen zusätzliche Plugins gebucht werden, um einen professionellen Online-Shop zu betreiben. Diese Plugins kosten meist eine zusätzliche monatliche Gebühr, sodass sich die Kosten schnell summieren. Auch die Freiheiten der Verkäufer unterliegen gewissen Beschränkungen. So können z.B. nur drei Varianten-Optionen bei maximal 100 Varianten hinzugefügt werden, eine individuelle Gestaltung der Seite ist schwierig und die Blog-Funktion ist nicht besonders entwickelt. 

Was sind Vorteile bei Shopify

Shopify ermöglicht jedem einen einfachen Einstieg in den E-Commerce, auch ohne Programmierkenntnisse. Durch die hohe Bekanntheit der Plattform können Nutzer auf ein riesiges Angebot von Plugins, Themes oder Dienstleistern zurückgreifen, sodass es für fast alle Probleme eine passende Lösung gibt. Shopify kann 14 Tage lang kostenlos ohne Einschränkungen getestet werden.