sevDesk: Das beste Buchhaltungstool für Selbstständige & Unternehmer?

Eine korrekt geführte Buchhaltung ist eine wichtige Verantwortung eines jeden Gründers. SevDesk bietet hierfür ein Tool zur Automatisierung an. Hier wir geklärt, was die Vor- & Nachteile sind und ob es Alternativen gibt.
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Es gibt unglaublich viele Geschäftsmodelle, besonders im digitalen Bereich, die unterschiedlichen Richtlinien und Aufgabenbereichen in Sachen Buchhaltung unterliegen. Diese manuell zu recherchieren und dann auch noch umsetzen, ohne ein dafür zugeschnittenes Tool in Anspruch zu nehmen, ist nicht immer einfach. Um hier alle Richtlinien einzuhalten, Prozesse zu automatisieren, den Überblick zu behalten und seinem Steuerberater viel Arbeit abzunehmen, ist ein gutes Buchhaltungstool unverzichtbar. Doch auch hier stellt sich die Frage, welches Tool eignet sich für welches Geschäftsmodell und wo bekommt man das beste Preis -/ Leistungsverhältnis? 

In diesem Artikel wird es um einen der bekanntesten Anbieter, nämlich sevDesk gehen. Dabei werden die einzelnen Funktionen, also die Eignung für bestimmte Geschäftsmodelle, Vor- und Nachteile, Kundenerfahrungen, aber auch alternative Anbieter im Detail besprochen. Bevor es jedoch konkret um das Tools SevDesk geht, nochmal ein kurzer Abschnitt zum Thema, wieso ein Buchhaltungstool so wichtig ist. Dieser ist besonders relevant für alle, die kurz vor oder nach der Gründung stehen, noch nie etwas von GoBD-Konformität gehört haben oder noch nicht von der Wichtigkeit eines Buchhaltungstools überzeugt sind. Wer bereits Tools nutzt, über einen Wechsel nachdenkt oder seine Anforderungen kennt, kann den nächsten Abschnitt auch überspringen.  

Braucht man ein Buchhaltungstool? 

sevDesk Dashboard

Bürokratische Aufgaben und Regelungen bezüglich der Buchhaltung stellen für viele Gründer eine große Herausforderung dar. Nicht, weil die Aufgaben für Unternehmer schwer zu erledigen sind, sondern weil Buchhaltung ein riesiges Themenfeld ist, das unglaublich viele Teilbereiche, Sonderregelungen und Vorschriften beinhaltet. Verständlich, dass man da als Gründer erstmal vor vielen Fragen steht. Umso wichtiger ist es jedoch, diese Fragen zu klären und sich direkt um seine Buchhaltung zu kümmern, denn eine Missachtung von geltenden Vorschriften kann schnell zu Problemen führen. 

Die gute Nachricht: genau an diesem Punkt setzen Buchhaltungstools wie SevDesk an und ermöglichen Selbständigen und Einzelunternehmen, aber auch größeren Unternehmen eine umfangreiche Komplettlösung für die korrekte Buchhaltung. Aufgrund der weit fortgeschrittenen Digitalisierung kann gerade bei digitalen Geschäftsmodellen nicht mehr auf solche Tools verzichtet werden. Unterschiedliche Steuersätze, Fremdwährungen, Dienstleistungen aus dem Ausland (z.B. Facebook Ads) oder grenzüberschreitende Lieferungen (E-Commerce) unterliegen unterschiedlichen Richtlinien, die man manuell kaum überblicken, geschweige denn ohne Tools erfassen kann.

Die einzige Alternativmöglichkeit wäre die Buchhaltung nur über einen Steuerberater, der allerdings verhältnismäßig viel Geld kostet und vermutlich auch lieber mit Schnittstellen zu bestimmten Tools arbeitet. Ein weiterer wichtiger Grund, der für ein Buchhaltungstool spricht, ist die GoBD Konformität (GoBD = Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff). Hierbei handelt es sich um eine klare Richtlinie, nach der jeder Unternehmer seine Buchführung zu organisieren hat. Enthalten in dieser Richtlinie ist z.B. der Grundsatz, dass die Sortierung von Belegen einheitlich und für jeden nachvollziehbar strukturiert und jeder Transaktionsbeleg 10 Jahre aufbewahrt werden muss. Mit einem entsprechenden Tool ist man automatisch GoBD konform und muss sich dahingehend um nichts mehr kümmern. 

Überblick: sevDesks Funktionen vorgestellt

sevDesk ist ein All-in-one Buchhaltungstool für Selbständige, Freiberufler, Einzelunternehmen und Unternehmen. Es umfasst viele Funktionen und eignet sich dementsprechend auch für viele Geschäftsmodelle. Buchhaltungstools wie SevDesk sind dazu da, buchhalterische Prozesse wie u.a. Rechnungserstellung und Versand, Zuordnung von Belegen, Ermittlung von Umsatzsteuer und GoBD Konformität bestmöglich zu automatisieren und einem Ort zu verwalten. Je nach Tool gibt es entweder mehr oder weniger Funktionen, die den Workflow für unterschiedliche Geschäftsmodelle vereinfachen. 

Die Grundsätze der Buchhaltung sind bei jedem Geschäftsmodell gleich, zumindest als Einzelunternehmer. Alle Transaktionen über das Geschäftskonto müssen einem Beleg zugeordnet werden, um alle Einnahmen und Ausgaben nachweisen zu können. Die Buchhaltung bildet somit die Grundlage für die Umsatzsteuervoranmeldung und die Steuererklärung. Als Einzelunternehmen ist die Buchhaltung noch einfach und bei weniger komplexen Geschäftsmodellen auf jeden Fall über ein Tool ohne Steuerberater machbar. Sobald es aber um größere Summen geht und die Geschäftstätigkeit komplexer wird, z.B. bei Lieferungen innerhalb der EU oder sogar international (auch Dropshipping), sollte man mit einem Steuerberater zusammenarbeiten und über Tools die Vorarbeit leisten. 

sevDesk umfasst viele Funktionen, die sich besonders gut für kleinere Einzelunternehmen mit weniger Aufträgen eignen. Dank Schnittstellen zu anderen Tools sowie kostenpflichtigen Zusatzoptionen können aber auch aufwendigere Geschäftsmodelle, z.B. E-Commerce, abgedeckt werden. Welche Funktionen sevDesk genau bietet, was die jeweiligen Vorteile dieser Features sind und wie viel man dafür bezahlt, wird in den nächsten Abschnitten ausführlich erklärt. 

1. Rechnungen schreiben 

Jeder Umsatz muss einer Rechnung zugeordnet werden können. Es ist also die Pflicht eines jeden Unternehmers, Rechnungen an seine Kunden zu schreiben. Im E-Commerce nutzt man aufgrund des hohen Volumens meist Tools, mit denen dieser Prozess automatisiert werden kann. Bei individuellen Aufträgen, die vor allem im B2B- und Dienstleistungsbereich zu finden sind, müssen Rechnungen in der Regel manuell erstellt werden. Das geht mit wenigen Klicks über sevDesk. Dafür bietet das Tool Rechnungsvorlagen, die bereits alle relevanten Firmendaten, einen individuellen Rechnungstext, das Logo sowie verschiedene Umsatzsteuersätze beinhalten.

Das einzige, was manuell hinzugefügt werden muss, sind Kundeninformationen und Preis. Aber auch das lässt sich langfristig so gut wie automatisieren, da jeder Kunde in einer Kontaktliste gespeichert wird und jeder Artikel bzw. jede Dienstleistung als Produkt hinterlegt werden kann, sodass man dieses bei der Rechnungserstellung nur noch auswählen und mit der richtigen Mengen versehen muss. 

SevDesk Rechnungen schreiben

Damit eine Rechnung auch exakt einem Umsatz zugeordnet werden kann, braucht es eine eindeutige und fortlaufende Rechnungsnummer, die Kunden bei der Zahlung angeben müssen. Dadurch wird außerdem die automatische Verknüpfung von Transaktionen und Belegen möglich. Mit einem Rechnungstool wie sevDesk braucht man sich darum nicht weiter zu kümmern, da automatisch GoBD-konforme Rechnungsnummern erstellt werden.

Für alle, die im E-Commerce tätig sind und z.B. über Marktplätze wie Ebay oder Amazon verkaufen, ist die Rechnungsfunktion von sevDesk weniger relevant. Hier arbeitet man vermutlich mit Tools wie Easybilll oder Billbee zusammen, die für jeden Verkauf automatisch eine Rechnung erstellen. Da sevDesk jedoch keine Schnittstelle zu Amazon, Ebay oder Easybill hat, braucht man das teurere Tool Billbee, um sevDesk umfänglich nutzen zu können. Auch eine manuelle Abwicklung wäre problematisch, da Zahlungen von Ebay- und Amazon-Kunden nicht separat auf das eigene Konto überwiesen werden, sondern zunächst an den Marktplatz, der einem seine Einnahmen abzüglich Gebühren gesammelt auszahlt. Geldeingänge können also keiner Rechnung zugeordnet werden. 

Mit sevDesk ist es möglich, Abschlagsrechnungen und Stornorechnungen zu erstellen. Eine Abschlagsrechnung wird benötigt, wenn ein Kunde schon eine Anzahlung leistet, bevor er sein Produkt oder seine Dienstleistung ganz erhalten hat. Zahlt der Kunde nach Fertigstellung den Restbetrag, wird dann noch eine Abschlussrechnung erstellt. Ebenfalls unproblematisch sind Stornorechnungen und Gutschriften, falls ein Kunde den Auftrag abbricht oder ein Produkt wieder zurückschickt. Für zusätzlich 4,90 € pro Monat kann das Modul Mahnungen hinzugefügt werden, mit welchem sich alle Mahnstufen bei nichtzahlenden Kunden erstellen lassen. Zahlungserinnerungen können ohne Aufpreis versendet werden. Alle erstellten Dokumente lassen sich aus dem Tool heraus per E-Mail oder Briefpost verschicken. 

2. Auftragsbearbeitung 

Im B2B und Dienstleistungsbereich werden meistens individuelle Angebote erstellt, da jeder Kunde einen unterschiedlichen Leistungsumfang beansprucht. Dieser Prozess heißt Auftragsbearbeitung und kann mit sevDesk umfänglich erledigt werden. Das läuft in der Regel so ab: Der Kunde meldet sich beim Unternehmen und fordert ein Angebot an. Das Angebot wird schriftlich erstellt und dem Kunden geschickt, der dieses annehmen oder ablehnen kann. Im Falle einer Zusage erhält dieser eine Auftragsbestätigung und irgendwann auch eine (Abschlags-) Rechnung. Weitere Dokumente in diesem Prozess sind die Zahlungsbestätigung und der Lieferschein (bei Warenlieferungen). All diese Dokumente dienen zur gegenseitigen Absicherung, da es im B2B-Geschäft keinen Verbraucherschutz gibt und es um deutlich höhere Summen geht. Der unterschriebene Lieferschein dient z.B. als Nachweis, dass der Kunde die Waren erhalten hat. 

sevdesk Erfahrungen

3. Buchhaltung

Wie schon erwähnt, ist die Hauptaufgabe der Buchhaltung, Transaktionen mit Belegen zu verknüpfen. sevDesk bietet Schnittstellen zu über 3.000 Banken, wodurch genau dieser Prozess weitgehend automatisiert umgesetzt werden kann. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, indem man sein Konto als Offline oder Online Konto integriert. Ein Online Konto ist direkt an die Bank angebunden und aktualisiert sich alle 4 Stunden. Bei einem Offline Konto müssen alle Zahlungen manuell als CSV-Datei importiert werden. Wie man sein Konto anlegt, ist nicht von der Bank, sondern den eigenen Präferenzen abhängig. 

Sobald das Konto angelegt ist, kann jede Zahlung dem entsprechenden Beleg zugeordnet werden. Das ist auch automatisch möglich, sollte aber immer manuell überprüft werden. Über sevDesk erstellte Ausgangsrechnungen können natürlich direkt verknüpft werden, andere Belege muss man vorher importieren. Das geht zum einen über einen gewöhnlichen Upload, zum anderen über die sevDesk App, mit der man Belege in Papierform scannen und direkt hochladen kann. Über OCR werden die Beleginformationen in Text umgewandelt, sodass das Dokument später noch bearbeitet werden kann. 

sevDesk Steuerberater

Wer sich noch mehr Zeit sparen möchte und bereits eine größere Menge an regelmäßigen Eingangsrechnungen erhält, kann über eine Schnittstelle das Tool Getmyinvoices integrieren. Getmyinvoices kann mit über 10.000 Online-Portalen (Tools, E-Mail, Abos etc.) verknüpft werden und importiert automatisch alle Eingangsrechnungen an einen Ort. In Kombination mit sevDesk können diese direkt in das Buchhaltungstool übertragen und mit Transaktionen verknüpft werden. Falls es Zahlungen gibt, denen noch kein Beleg zugeordnet wurde, erhält man eine Nachricht von sevDesk und kann sich manuell darum kümmern. Eine weitere Besonderheit ist, dass unbezahlte Eingangsrechnungen direkt über das Tool beglichen werden können. 

4. Umsatzsteuervoranmeldung 

Als Unternehmen ohne Kleinunternehmerregelung spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle, da man auf seinen Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen muss und die Vorsteuer (gezahlte Umsatzsteuer) auf Geschäftsausgaben zurückerstattet bekommt. Wenn man also einen Betrag von 11,90 € inkl. Umsatzsteuer in Rechnung stellt, müssen 1,90 € an das Finanzamt gezahlt werden. Erhält man hingegen eine Rechnung in Höhe von 11,90 €, erstattet einem das Finanzamt 1,90 € zurück. Passiert beides in einem Monat, gleichen sich die Zahlen aus und man muss weder etwas zahlen, noch bekommt einen Betrag zurückerstattet. Ermittelt wird die Differenz zwischen gezahlter und eingenommener Umsatzsteuer mit der Umsatzsteuervoranmeldung, einem Dokument, das alle Geldein- und Ausgänge und die jeweils enthaltene Umsatzsteuer auflistet. 

sevDesk Umsatzsteuer

Am Ende ergibt sich ein Betrag, den man entweder zahlen muss oder zurückerstattet bekommt. Dieses Dokument wird monatlich, quartalsweise oder jährlich dem Finanzamt übermittelt. Frisch angemeldete Unternehmen müssen ihre Umsatzsteuervoranmeldung im ersten Jahr monatlich abgeben. Viele Gründer wissen das nicht oder sind mit der Umsatzsteuervoranmeldung überfordert. Das ist verständlich, da die manuelle Erstellung über ELSTER nicht gerade übersichtlich und zudem etwas aufwendiger ist. Über sevDesk wird die Umsatzsteuervoranmeldung automatisch erstellt und kann ohne ELSTER direkt an das Finanzamt übermittelt werden. Auch eine nachträgliche Korrektur der abgegebenen Erklärungen ist machbar. Allein wegen dieser Funktion kann sich sevDesk bereits lohnen, da man für die manuelle Erstellung der USt. Erklärung deutlich mehr Zeit braucht, die man für 17,90 € pro Monat einsparen kann. 

5. Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) 

Als Freiberufler oder Einzelunternehmen mit einem Umsatz von unter 600.000 € darf der Gewinn am Ende des Jahres über die EÜR ermittelt werden. Das ist ein großer Vorteil, da es sich bei der EÜR um eine einfache Aufstellung der Ausgaben und Einnahmen handelt, mit der ein Jahresgewinn oder Verlust ermittelt werden kann. Die eingenommene und gezahlte Umsatzsteuer wird in diese Auflistung integriert. Die manuelle Erstellung dieses Dokuments ist ziemlich aufwendig und sollte von einem Steuerberater erledigt werden. Da bei sevDesk innerhalb des Jahres alle Belege und Transaktionen eingepflegt werden, ist das Tool in der Lage, die EÜR Rechnung mehr oder weniger automatisch zu erstellen. Wer für seinen Jahresabschluss eine GuV braucht (Gewinn- und Verlustrechnung), kann auch das über sevDesk erledigen. 

6. Kassenbuch 

Bei den meisten digitalen Geschäftsmodellen spielt Bargeld eine eher untergeordnete Rolle. Wer jedoch Waren mit Bargeld einkauft (z.B. Flohmarkt) oder ein stationäres Geschäft betreibt, muss diese Ausgaben und Einnahmen ebenfalls sorgfältig dokumentieren. Das funktioniert mit einem sogenannten Kassenbuch. Das Kassenbuch ist ein Ordner, indem alle Einnahmen und Ausgaben mit Bargeld aufgelistet und die entsprechenden Belegen zugeordnet werden. Wer in zwei aufeinanderfolgenden Jahren über 600.000 € Umsatz und mehr als 60.000 € Gewinn erwirtschaftet, ist zur Führung eines Kassenbuchs verpflichtet. Mit sevDesk lässt sich ein vollumfängliches elektronisches Kassenbuch führen, sodass man immer den Überblick über seinen Barbestand behält. Es ist ebenfalls möglich, Barbelege bis 250 € ohne Kunden- und Rechnungsinformationen zu erstellen. Diese Funktion könnte besonders für Reseller interessant sein. 

7. Zeiterfassung

Als Freelancer berechnet man sein Honorar häufig stundenweise. Wenn man mehrere Aufträge von verschiedenen Kunden offen hat, kann das tracken der Arbeitszeit schnell unübersichtlich werden. sevDesk bietet eine integrierte Stoppuhr, mit der man Arbeitszeit tracken und exakten Kunden zuweisen kann. Aus diesen Werten erstellt sevDesk dann automatisch eine entsprechende Rechnung. Die Arbeitszeit kann auch über die App aufgezeichnet werden, falls man z.B. bei Meetings oder auf Geschäftsreisen ist.

8. Inventar verwalten 

Im umfangreichsten sevDesk Abo ist ein eigenes Warenwirtschaftssystem enthalten. Das ist besonders relevant für alle, die nicht über Marktplätze verkaufen und ihren Bestand selbst regeln. Artikel können mit ihren wichtigsten Eigenschaften angelegt und nach dem Verkauf direkt in die Rechnung eingefügt werden. Auch beim Multichannel-Handel mit Eigenversand kann so eine Funktion sinnvoll sein, um Überverkauf zu vermeiden. Die einzelnen Produkte können unterschiedlichen Lieferanten zugeordnet werden, was gerade bei einem großen Sortiment sehr hilfreich sein kann. 

sevDesk Preis: Wie hoch sind die Kosten?

sevDesk bietet insgesamt drei verschiedene Pläne ab 8,90 € pro Monat. Die ersten 14 Tage sind jedoch in allen Modulen kostenlos. Im kleinsten Modul ist alles rund um Rechnungen und Kundenverwaltung enthalten, eine umfängliche Buchhaltung ist also noch nicht möglich. Das nächst höhere Modell kostet 17,90€ und umfasst alle relevanten Buchfaltungsfunktionen. Wer auch seine Warenwirtschaft über sevDesk regeln möchte, braucht das größte Paket für 43 €. sevDesk hat den Vorteil, dass man einzelne Funktionen dazubuchen kann, ohne dabei das ganze Paket upgraden zu müssen. Dazu gehören: 

  • Weiterer Benutzer: 4,90 € pro Monat 
  • Alle Mahnstufen: 4,90 € pro Monat 
  • Warenwirtschaft: 19,90 € pro Monat
  • Eigene Brieflayouts: 4,90 € pro Monat
  • Zeiterfassung: 4,90 € pro Monat 

Tipp: sevDesk hat viele Kooperationen. Man findet online also relativ schnell einen Gutscheincode, über den man nochmal Geld sparen kann. 

sevDesk Erfahrungen: Was sagen Nutzer?

sevDesk hat auf relevanten Bewertungsportalen durchweg einen positiven Bewertungsschnitt. Auf Trustpilot beispielsweise 4,5/5, was nicht viele Buchhaltungstools erreichen. Besonders gelobt werden dabei die einfache Handhabung des Tools, die vielen Funktionen zu einem günstigen Preis und der hilfsbereite Support. 

SevDesk Bewertung

Aus den Kundenkritiken lassen sich keine kollektiven Probleme mit dem Programm herauslesen. Meistens werden individuelle Fehler (z.B. Bugs) oder Probleme mit dem Kundensupport kritisiert. Ein bekannter Nutzer von sevDesk ist Hendrik vom Unternehmerkanal, der das Tool bereits seit über 4 Jahren nutzt und auf seinem YouTube-Kanal auch einen ausführlichen Bericht dazu hochgeladen hat. 

sevDesk Alternativen: Gibt es bessere Tools? 

1. Lexoffice 

Das Buchhaltungstool Lexoffice ist ein Produkt der Haufe Group, einem großen deutschen Unternehmen mit über 2.000 Mitarbeitern. Ähnliche wie bei sevDesk werden Banking, Rechnungen und Buchhaltung in einem Tool kombiniert. Betrachtet man die Preise, ist Lexoffice etwas günstiger. Das kleinste Paket kostet 5,90 € und enthält die Standardfunktionen (Belegarchivierung und Zuordnung) ohne Rechnungserstellung. Für umfängliche Buchhaltung inkl. Rechnungs- bzw. Angebotserstellung und Umsatzsteuervoranmeldungen braucht man Lexoffice L für 16,90 €. Danach gibt es nur ein weiteres Paket für 24,90 €, in welchem viele Funktionen zur Mitarbeiterverwaltung enthalten sind (Lohnabrechnung erstellen, Mitarbeiter bezahlen, Krankenversicherung & Steuern für Mitarbeiter). 

Auch in anderen Paketen gibt es Funktionen, die sevDesk noch nicht anbietet. Es gibt z.B. die Möglichkeit, Alternativposten im Angebot zu präsentieren. Das heißt, wenn man einem Kunden ein Angebot erstellt, kann man ähnliche Produkte bzw. Varianten des Artikels direkt mit auflisten und als alternative Position präsentieren. Ein weiterer Vorteil sind die vielen Schnittstellen zu Tools in anderen Bereichen. Für Amazon-Händler ändert sich allerdings wenig, da Lexoffice auch mit Billbee verknüpft werden muss und keine Anbindung zu Easybill hat. Für Ebay-Händler ist interessant, dass es eine Verknüpfung zu Afterbuy gibt. Die meisten kleineren Unternehmen brauchen erstmal die grundsätzlichen Buchhaltungsfunktionen. Hier werden sich die beiden Tools nicht stark unterscheiden. Der größte Unterschied ist die Mitarbeiterverwaltung bei Lexoffice und die Warenwirtschaft bei sevDesk. Als Dienstleistungsagentur wäre Lexoffice langfristig also etwas interessanter, während man mit physischen Produkten vermutlich eher zu sevDesk gehen würde.    

Die vielen Anbindungen sowie eine offene Schnittstelle für individuelle Workflows bieten größeren Unternehmen mit individuellen Anforderungen oder E-Commerce-Händlern etwas mehr Möglichkeiten als bei sevDesk. Freelancer profitieren bei sevDesk hingegen von der integrierten Zeiterfassung. Diese muss zwar dazugebucht werden, allerdings braucht es kein zusätzliches Tool, welches ebenfalls Geld kostet. Am besten schaut man sich sein Business einmal genau an und schreibt alle Funktionen auf, die man kurz- und langfristig  im Bereich Buchhaltung braucht. Anschließend prüft man, welche Tools diese Funktionen bereitstellen und entscheidet sich für einen Dienstleister. Selbstverständlich kann man diesen jederzeit wieder wechseln.

2. Billomat

Billomat bietet die Grundfunktionen für Buchhaltung an, kann sevDesk oder Lexoffice diesbezüglich aber nicht überbieten, obwohl die Kosten sogar höher sind. Insgesamt gibt es drei Pakete von 8 € bis 50 € monatlich. Das kleinste Paket umfasst 30 Dokumente pro Monat, 60 Kontakte und 90 Artikel. Erst für 16 € bekommt man alle Buchhaltungsfunktionen freigeschaltet und profitiert von unbegrenzten Dokumenten und Kunden. Insgesamt ist Billomat ziemlich limitiert in seinen Funktionen. Zusätzliche Nutzer kosten z.B. mind. 8 € pro Monat obendrauf. Ein Vorteil an Billomat ist, dass die Seite sehr übersichtlich ist und sich auf die wichtigsten Buchfaltungsfunktionen beschränkt, die als kleines Unternehmen erstmal ausreichen. Fraglich ist, ob man dafür den deutlich höheren Preis zahlen möchte. 

3. Fastbill 

Im Vergleich zu Lexoffice und sevDesk ermöglicht Fastbill unbegrenzt viele Vorlagen für Rechnungen, die über den integrierten Layout-Editor selbst gestaltet werden können. Durch einen automatischen Bankkontenabgleich werden die Rechnungen von selbst als bezahlt oder nicht bezahlt markiert, wodurch einiges an manueller Arbeit gespart wird. Auch die Kundenverwaltung bietet einige interessante Funktionen. So wird für jeden Kunden beispielsweise eine Zahlungsstatistik erstellt, in der die Zahlungsmoral (durchschnittliche Zahlungsdauer) sowie eine genaue Auflistung der Umsätze und offenen Rechnungen angezeigt wird. Fastbill bietet sehr umfangreiche Möglichkeiten, die man für den Start jedoch nicht unbedingt braucht. Im Vergleich gewinnt auch hier sevDesk, mit mehr Funktionen in günstigeren Tarifen. 

Fazit – Buchhaltung mit sevDesk

Korrekte Buchhaltung ist eines der wichtigsten Themen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Für viele Gründer ist das nicht einfach umzusetzen, da es viele Regelungen, Richtlinien und Standards gibt, die sich von Geschäftsmodell zu Geschäftsmodell unterscheiden. Ein gutes Buchhaltungstool hilft dabei, diese Standards einzuhalten und möglichst viele Prozesse zu automatisieren. 

sevDesk ist eines der bekanntesten und günstigsten Tools mit allen relevanten Funktionen für Ulnternehmen Selbstständige. Besonders Dienstleister oder Unternehmen mit individuellen Angeboten können von dem Service profitieren. Für komplexere Geschäftsmodelle, für deren Buchhaltung die Daten anderer Plattformen relevant sind, gibt es geeignete Schnittstellen (z.B. Billbee). 

sevDesk an sich ersetzt keinen Steuerberater, kann diesem aber viel zusätzliche Arbeit einsparen, die mit der manuellen Zuordnung von Belegen einhergeht. Dadurch rechnet sich ein gutes Buchhaltungstool auch, wenn man sich auf die Nutzung der Basisfunktionen beschränkt. Die Stundensätze eines guten Steuerberaters liegen nicht selten über 100 €. 

Wer mit physischen Waren arbeitet profitiert langfristig von einem eigenen Warenwirtschaftssystem, welches im teuersten Modul enthalten ist oder für knapp 20 € dazugebucht werden kann.  Betreibt man jedoch Multichannel, verkauft also über verschiedene Marktplätze, braucht man ohnehin Billbee, mit dem sich der Warenbestand ebenfalls organisieren lässt. 

Wie viele andere Tools auch, bietet sevDesk die Möglichkeit an, das Tool 14 Tage lang zu testen, um sich mit den wichtigsten Funktionen und dem Dashboard vertraut zu machen. Das wichtigste ist, sich frühzeitig um das Thema Buchhaltung zu kümmern, da man bereits im ersten Monat nach Unternehmensgründung die erste Umsatzsteuervoranmeldung abgeben muss (nicht als Kleinunternehmer). 


FAQ – Häufig gestellte Fragen


Was ist sevDesk?

sevDesk ist ein All-in-one Buchhaltungstool für Selbständige, Freiberufler und Unternehmen. Es ermöglicht eine übersichtliche und GoBD konforme Buchhaltung, inkl. Rechnungserstellung, Umsatzsteuervoranmeldung und EÜR. 

Was kostet sevDesk?

Im monatlichen Abrechnungsmodell kostet das kleinste Paket (Rechnungserstellung) 9,90 €, das Buchhaltungspaket 18,90 € und Warenwirtschaft 45,90 €.  

Für wen ist sevDesk geeignet?

sevDesk eignet sich für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern. Es bietet alle relevanten Schnittstellen und Funktionen für E-Commerce, Dienstleistungen oder B2B.