PAN-EU Versand bei Amazon FBA: Alle wichtigen Informationen im Überblick

Alles, was du über das PAN-EU Programm bei Amazon wissen musst. Wann macht es Sinn macht sich auf anderen Marktplätzen platziert und wie skaliert man am besten?
PAN EU Versand Amazon
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Wurde dir auch schon einmal von Amazon empfohlen, den paneuropäischen Versand zu aktivieren, um dadurch noch mehr Umsatz zu generieren?

Amazon wirbt damit, dass der paneuropäische Versand für dich als Händler keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet und Umsatzsteigerungen von bis zu 30% zu erwarten sind. Da dies sehr verlockend klingt, denken viele FBA Seller schon sehr zeitig über PAN-EU nach und wollen dieses Programm nutzen. Doch was steckt eigentlich genau dahinter und ab wann lohnt es sich tatsächlich, den paneuropäischen Versand zu nutzen?

In diesem Artikel bekommst du alle wichtigen Informationen an die Hand, die du brauchst, um zu entscheiden, ob PAN-EU für dich sinnvoll ist oder nicht. Du erfährst, wie PAN-EU funktioniert, welche Vorteile das Programm bietet und welche Stolperfallen du unbedingt vermeiden solltest, damit du direkt erfolgreich in die Umsetzung kommst. 

PAN-EU Versand bei Amazon FBA

Was ist der paneuropäische Versand und wer kann diesen nutzen?

Das PAN-EU Programm von Amazon ist eine Erweiterung des FBA-Programms und ermöglicht dir, deine Produkte auf allen Amazon-Marktplätzen in Europa anzubieten. Du kannst dadurch in ganz Europa deine Ware lagern. Um das paneuropäische Versandprogramm nutzen zu können, benötigst du lediglich einen aktiven Seller Account, welcher den Versand durch Amazon (FBA) nutzt. Wenn du PAN-EU in deinem Seller Account aktiviert hast, kannst du deine Produkte zusätzlich zum deutschen Marktplatz noch auf folgenden Marktplätzen anbieten:

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Welche Vorteile hat der paneuropäische Versand?

Du hast die Möglichkeit, durch deine Angebote auf allen europäischen Marktplätzen mehr potentielle Kunden zu erreichen und somit höheren Umsatz zu generieren. Wenn du das Programm nutzt, verteilt Amazon deine Produkte kostenlos auf die verschiedenen Versandzentren in ganz Europa und verschickt deine Bestellungen zu den örtlichen Versandgebühren. Somit hast du für deine Produkte überschaubare Logistikkosten und kannst deine Waren an Kunden in ganz Europa verschicken. Hier findest du die aktuellen  Versandgebühren für alle Marktplätze. 

Darüber hinaus sind deine Produkte mit PAN-EU, wie auch beim FBA-Programm in Deutschland, für Amazon Prime qualifiziert und somit wesentlich attraktiver für den Kunden. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Amazon auch den Lagerbestand für dein deutsches Angebot im Ausland lagert (Tschechien und Polen). Hierdurch sparst du bei jeder Bestellung die 0,50 € “Strafgebühr”, welche du bezahlen musst, wenn du deine Ware ausschließlich in Deutschland lagerst. 

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Programm Mitteleuropa 

Eine Lagerung deiner Produkte in Tschechien oder Polen ist allerdings auch ohne PAN-EU möglich. Dabei handelt es sich um das sogenannte Programm Mitteleuropa von Amazon.
Bei einer Teilnahme am Programm Mitteleuropa werden deine Produkte durch Amazon auf Warenlager in Deutschland, Polen und Tschechien verteilt. Der Unterschied zu PAN-EU ist, dass deine Waren nicht in jedem EU-Land verkauft werden, sondern ausschließlich in Deutschland bzw. deinen freigeschalteten Ländern. 

Durch eine Lagerung in Osteuropa profitierst du von günstigeren Lagerpreisen und einem schnelleren Versand aufgrund der zentralen Lage. Steuerlich gelten jedoch dieselben Regeln wie beim pan-europäischen Versand. Um welche Regeln es sich dabei handelt, erfährst du weiter unten. Weitere Informationen zum Programm Mitteleuropa findest du hier.

PAN-EU: Was gilt es zu beachten?

Verkauf in ganz Europa

Wenn du das paneuropäische Versandprogramm von Amazon nutzt, werden deine Produkte immer auf allen europäischen Marktplätzen angeboten. Es gibt nicht die Möglichkeit, PAN-EU nur für einzelne Länder zu nutzen, also zum Beispiel nur in Deutschland, Frankreich oder England. Wenn du also PAN-EU nutzen möchtest, musst du für deine Produkte in jedem europäischen Marktplatz ein Angebot in der jeweiligen Landessprache erstellen. Wie du das machst und welche Möglichkeiten es für die Übersetzung deiner Verkaufstexte gibt, erfährst du weiter unten.

Steuern und Rechnungsstellung

Solange du deine Ware in Deutschland lagerst und nur in Deutschland und Österreich verkaufst, sind die Themen Steuern und Rechnungserstellung noch überschaubar. Sobald du jedoch deine Ware im Ausland lagerst (zum Beispiel in Polen oder Tschechien) oder auf anderen Marktplätzen verkaufst, wird das Ganze etwas komplexer.

Du solltest in jedem Fall einen erfahrenen Steuerberater an der Seite haben. Es ist wichtig, dass du dieses Thema besonders ernst nimmst und dir einen absoluten Profi suchst. Die Nichteinhaltung oder die falsche Umsetzung der gesetzlichen Regelungen kann für dich viele negative Folgen haben. 

Das Risiko für Fehler ist hier besonders hoch, da du mit dem Verkauf bzw. der Lagerung im Ausland auch in diesem Land steuerpflichtig wirst. Da jedes Land in Europa andere Regelungen sowie Steuersätze hat, ist es extrem schwierig, den alleinigen Überblick zu behalten und in fünf Ländern den verschiedenen Steuerpflichten nachzukommen. Aber keine Sorge, mit einem geeigneten Steuerberater ist PAN-EU kein Hexenwerk und definitiv für jeden machbar. Am Anfang brauchst du dir auch noch überhaupt keine Gedanken dazu zu machen, da sich PAN-EU erst lohnt, wenn du deine ersten Produkte erfolgreich in Deutschland gelauncht hast.

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Ermittlung der Umsatzsteuer bei der Rechnungserstellung: 

Bevor du eine Rechnung erstellen kannst, musst du bestimmen, mit welcher Umsatzsteuer die einzelnen Rechnungsposten zu besteuern sind. Sicherlich denkst du dir jetzt: “Das ist doch einfach. Wenn ich in Deutschland verkaufe, dann mit deutscher Umsatzsteuer und wenn ich im Ausland verkaufe, dann mit der ausländischen Umsatzsteuer”. Leider ist dies nicht der Fall und die Regelungen sind deutlich komplexer. 

Als Erstes ist für die Bestimmung des geltenden Umsatzsteuersatzes maßgebend, aus welchem Land die Ware verschickt wird, also deinem Lagerland. Sobald deine Ware aus einem ausländischen Amazon-Lager verschickt wird, ist die am Lagerort geltende Umsatzsteuer für dich entscheidend, und du wirst im jeweiligen Lagerland umsatzsteuerpflichtig. Da sich die Umsatzsteuersätze in den jeweiligen Ländern unterscheiden, kann sich das negativ auf deine Marge auswirken.

Wenn du nicht in im Ausland lagerst, aber europaweit verkaufst, greift seit Juli 2021 eine neue Regelung namens OSS-Verfahren. Vorher war es so, dass jedes Land eine eigene Lieferschwelle definiert hat, bis zu welcher man steuerfrei im jeweiligen Land verkaufen darf.

Dazu ein Beispiel: Die Lieferschwelle von Österreich lag bei 35.000 €. Das heißt, man konnte so viel Waren von Deutschland nach Österreich verkaufen, bis der Gesamtumsatz von 35.000 € überschritten wurde. Wer über diesen Betrag kam, musste sich in Österreich steuerlich registrieren und dort Umsatzsteuer abführen. 

Diese Regel gilt nun nicht mehr! Seit Juli 2021 gibt es eine allgemeine Lieferschwelle für alle EU-Länder zusammen. Diese beträgt insgesamt nur 10.000 €. Wenn man also 1.000 € nach Österreich, 4.000 € nach Spanien und 5.000 € nach Italien verkauft, muss man sich theoretisch für jeden weiteren Verkauf in einem anderen EU-Land in diesem Land steuerlich registrieren. Das wäre ein immenser Kosten- und Zeitaufwand, der sich kaum lohnen würde. 

Um dem entgegenzuwirken, wurde das OSS-Verfahren ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine Schnittstelle zwischen dir und den verschiedenen EU-Ländern. Das bedeutet, du meldest deine EU-Umsätze vierteljährlich dem Bundeszentralamt für Steuern und begleichst mit einer Zahlung die anfallende Umsatzsteuer. Wichtig ist, dass du auf deinen Rechnungen die Umsatzsteuer des Ziellandes ausweist, sobald die Lieferschwelle von 10.000 € überschritten wurde. 

Wie du dich Schritt-für-Schritt für das OSS-Verfahren registrierst und welche Dinge es noch zu beachten gibt, lernst du in diesem Artikel: Amazon FBA Steuern im Überblick

Das OSS-Verfahren greift immer dann, wenn aus dem Inland heraus versendet wird. Wenn du Teilnehmer am Programm Mitteleuropa oder PAN-EU bist, musst du dich in den entsprechenden Lagerländern umsatzsteuerlich registrieren. Das wiederum kann sich negativ auf Marge auswirken, denn wenn du von Polen heraus nach Deutschland versendest, musst du auf deinen Rechnungen theoretisch die polnische Umsatzsteuer angeben, die aktuell bei 23 % liegt. Auch hier gibt es einen Trick, der sich Optierung nennt: 

Dabei meldest du der Steuerbehörde (Lagerland), dass du den Steuersatz des jeweiligen Empfängerlandes bereits in deinen Rechnungen ausweist, auch, wenn du die Lieferschwelle noch nicht überschritten hast. Dies solltest du bzw. dein Steuerberater erledigen, sobald du deine Ware in einem Land mit höherem Umsatzsteuersatz als 19 % lagerst. 

Für Polen ist eine Besonderheit zu beachten. Während du für Warensendungen von allen anderen europäischen Ländern nach Deutschland direkt ab dem ersten Tag die deutsche Steuer ausweisen darfst und somit offiziell den Lieferschwellenverzicht erklärst, musst du für Polen die Optierung schriftlich beantragen. Erst 30 Tage nach der Beantragung darfst du diese anwenden. Vorher musst du Lieferungen aus Polen noch mit polnischer Mehrwertsteuer ausweisen. Daher ist es ratsam, den Lieferschwellenverzicht mindestens 30 Tage vor der ersten Lieferung aus Polen anzumelden.

Wichtig: Du musst das bei weitem nicht alles verstehen. Die Umsetzung der eben genannten Möglichkeiten ist sehr komplex und die Aufgabe deines Steuerberaters. Du solltest nur wissen, was alles möglich ist und welche Auswirkungen die verschiedenen Möglichkeiten auf dein Unternehmen haben. Zum Schluss noch einmal kurz zusammenfassend, wann das OSS-Verfahren gilt und wann du deine Steuer über ortsansässige Steuerberater im Ausland abführst: 

  1. Verkäufe von Deutschland in keine EU-Lagerländer = OSS Verfahren 
  2. Verkäufe von Lagerländern (EU) in keine Lagerländer = OSS Verfahren
  3. Verkäufe von Lagerändern in Lagerländern = Ortsansässige Steuerberater

Steuerliche Registrierung in jedem Lagerland

Sobald du das PAN-EU Programm von Amazon nutzt, lagerst du in bis zu sieben Ländern (Deutschland, Polen, Tschechien, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien). In diesen Länder wirst du damit automatisch steuerpflichtig. Du musst dich daher in all diesen Ländern steuerlich registrieren, deine Steuern abführen und eine Steuererklärung in der jeweiligen Landessprache abgeben. 

Rechnungsstellung

Da es in Europa immer noch unterschiedliche Währungen gibt, kann auch die Erstellung der korrekten Rechnung unter Umständen sehr kompliziert sein. Damit du hier von Anfang an alles richtig machst, nutze unbedingt einen automatischen Rechnungsservice, welcher auch PAN-EU unterstützt. Hier kann der Service von Amainvoice empfohlen werden. 

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Patente, Zertifikate und sonstige Rechtsvorschriften

Bevor du deine Ware in ganz Europa anbietest, solltest du dich noch einmal mit dem Thema Zertifikate und Patente beschäftigen. Du solltest überprüfen, ob gegebenenfalls weitere Regelungen in einem europäischen Land maßgebend sind. 

Wenn du im Rahmen der Produktausarbeitung die Patentrecherche sorgfältig durchgeführt hast und alle erforderlichen Zertifikate besitzt, um in  Deutschland verkaufen zu können, erfüllst du oft auch die Voraussetzungen, um in anderen EU-Ländern zu verkaufen. Dies ist aber nicht immer der Fall und es können unter anderem auch zusätzliche Anforderungen für dein Produkt gelten. Du solltest dich also vor dem Verkauf in anderen europäischen Ländern mit dieser Thematik beschäftigen.

Bei Kosmetik und Arzneimitteln gibt es zum Beispiel nur wenige harmonisierte Regelungen. Es können sowohl unterschiedliche Anforderungen an die genaue Verpackungskennzeichnung als auch an die Vertriebswege gestellt werden. So dürfen manche Produkte in einigen europäischen Ländern ganz normal im Einzelhandel verkauft werden, wohingegen sie in anderen Ländern apothekenpflichtig sind. 

Verpackungslizenzierung

Als aktiver Amazon Händler solltest du dich bereits mit dem Thema Verpackungslizenzierung beschäftigt haben und bei einem dualen System in Deutschland registriert sein. Wenn du noch nicht weißt, was es mit der Verpackungslizenzierung auf sich hat, kannst du dies in unserem Blogartikel zum Thema nachlese: Amazon FBA Verpackung: Alles zu Richtlinien, Lizenzen & Design

Sobald du mit dem PAN-EU Verkauf beginnst, ist auch dieses Thema wieder relevant für dich. Nach europäischer Regelung muss sich der Inverkehrbringer von Verpackungen in jedem Lieferland an den Entsorgungskosten beteiligen. Du musst dich daher mit dem jeweiligen nationalen Regelungen auseinandersetzen und dich womöglich im entsprechenden Land bei einem dualen System registrieren. 

Nachfolgend findest du einige Informationen und weiterführende Links für die Regelungen der einzelnen Länder. 

Deutschland:
Sofern du in Deutschland noch keine Verpackungslizenzierung durchgeführt hast, findest du alle wichtigen Informationen in diesem Blogbeitrag

Österreich:
In Österreich verhält es sich ähnlich wie mit Deutschland und du kannst dich einfach bei einem dualen System registrieren. z.B. biete sich Reclay an. 

Italien:
In Italien musst du nur eine Verpackungslizenzierung durchführen, wenn dein Unternehmen in diesem Land eine VAT (Umsatzsteuernummer) oder eine Anschrift hat.

Solltest du dich registrieren müssen, geschieht dies bei Conai. Das Mitgliedsformular gibt es nur auf Italienisch, daher solltest du zum Ausfüllen den Conai-Guide nutzen.
Die Gebühren sind überschaubar und beinhalten einen variablen Anteil sowie eine Pauschale von 5,16 € pro Jahr. Der variable Anteil richtet sich nach der Unternehmensgröße. Informationen hierzu findest du ebenfalls im Conai-Guide.

Frankreich:
In Frankreich gibt es zwei Stellen, bei denen die Verpackungsregistrierung erfolgen kann: Adelphe und Citeo. Es ist dabei egal, bei wem du dich registrierst. In Frankreich gibt es eine einheitliche Regelung und die Gebühren belaufen sich auf 80 € (Netto) für bis zu 10.000 Einheiten pro Jahr. 

Belgien:
Wenn du weniger als 300 kg nach Belgien importierst, musst du keine Verpackungsregistrierung durchführen. Solltest du diesen Grenzwert überschreiten, findest in der informativen Zusammenfassung am Ende weitere Informationen.

Luxemburg:
In Luxemburg können sich ausländische Unternehmen beim dualen System der VALORLUX registrieren. Weitere Informationen findest du in diesem PFD der deutsch-belgisch-luxemburgischen Handelskammer. Dort kannst du auch in Erfahrung bringen, ob du dein Unternehmen registrieren musst.

Niederlande:
In den Niederlanden müssen sich Unternehmen erst am sogenannten Abfallfond beteiligen, wenn sie mehr als 50.000 Verpackungsmaterialien in Umlauf bringen. 

Spanien:
Ausländische Unternehmen, die Produkte in Spanien verkaufen, müssen sich bei der ecoember registrieren. 

Großbritannien:
In Großbritannien sind Unternehmen zum Recycling von Verpackungen nur verpflichtet, wenn sie folgende Punkte erfüllen:

  • Jährlich mehr als 50 Tonnen Verpackungsmaterial 
  • 2 Mio. Pfund Jahresumsatz
  • Registriert beim Companies House in Großbritannien
  • Bankkonto in Großbritannien

Weiterführende Informationen:

Eine informative Zusammenfassung zu den aktuellen Regelungen, für die Verpackungsrücknahme und Entsorgung einiger europäischer Länder, findest du in diesem PDF der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer.

Wenn du dich nicht selber mit jedem Land beschäftigen willst, bietet die Firma Iterseroh  einen Service für die europaweite Verpackungslizenzierung. Hier kannst du dir entweder die Regelungen der jeweiligen Länder als Reports holen oder gleich den gesamten Registrierungsprozess abgeben. 

Wie verhält es sich mit Retouren, wenn man PAN-EU nutzt?

Da der paneuropäische Versand eine Erweiterung des FBA Programms ist, gehen natürlich alle Retouren direkt an Amazon und werden von Amazon weiterbearbeitet. Verkaufbare Retouren werden wieder in deinen Lagerbestand eingebucht und angeboten. Nicht mehr verkaufbare Produkte werden entsprechend deiner Einstellungen entweder vernichtet oder durch einen Remissionsauftrag zu dir geschickt. 

Wichtig: Vor dem 03. September 2019 hat Amazon für die Remission von paneuropäischen Lagerbeständen sehr hohe Gebühren verlangt. Meist hat es sich, insbesondere bei schwereren und günstigen Produkten, nicht gerechnet, einen Remissionsauftrag zu erstellen. Nun wurden jedoch die Gebühren für die Remission und die Entsorgung von Produkten angepasst, sodass es bei mehr Produkten sinnvoller sein kann, einen Remissionsauftrag zu erstellen. 

Du solltest daher für jedes deiner Produkte im Vorfeld genau berechnen, welche Kosten bei der Entsorgung und bei einer Remission entstehen. Anschließend kannst du für dich entscheiden, was sinnvoller ist. Eine genaue Übersicht aller Remissions- und Entsorgungsgebühren findest du im SellerCentral.

Wie man Retouren bei Amazon FBA verringern kann, wird in diesem Artikel erklärt: Amazon Retouren optimal managen 

So aktivierst du den paneuropäischen Versand

Wenn du dein Verkäuferkonto das erste Mal im SellerCentral registriert hast, ist zu Beginn nur der Verkauf in Deutschland voreingestellt. Um andere Verkaufsoptionen und paneuropäischen Versand einzustellen, musst du die Einstellungen für den Versand durch Amazon aufrufen. 

Diese findest du im SellerCentral über:

EINSTELLUNGEN >> VERSAND DURCH AMAZON >> EINSTELLUNGEN FÜR GRENZÜBERGREIFENDEN VERSAND >> BEARBEITEN 

Auf dieser Seite kannst du dann im obersten Feld den paneuropäischen Versand mit einem Haken aktivieren. 

Wenn du die Versandeinstellungen hier änderst, bestätigst du Amazon, dass deine Produkte auch in andere Länder exportiert werden dürfen. Gleichzeitig bestätigst du damit, dass du alle Rechtsvorschriften der jeweiligen Länder einhältst und deinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommst. 

Nachdem du den paneuropäischen Versand aktiviert hast, musst du noch deine Produkte für den internationalen Verkauf registrieren und vorbereiten. Hierzu solltest du zuerst für alle Produkte eine Produktdetailseite für den jeweiligen Marktplatz erstellen. Dabei ist es sehr wichtig, dass du dieselbe FNSKU und SKU für die Angebotserstellung verwendest. 

Unter dem folgenden Menüpunkt gibt es die Möglichkeit, für alle deine Angebote automatisch eine Lagerbestandsdatei für den jeweiligen Ziel-Marktplatz zu erstellen:

LAGERBESTAND >> WELTWEIT VERKAUFEN >> ANGEBOTE INTERNATIONAL ERWEITERN 

Diese kannst du dann im Anschluss hochladen. Hiermit bietet sich dir erst einmal eine schnelle Möglichkeit, die Angebote auf allen Marktplatz-Seiten zu erstellen und im Nachhinein selber oder durch einen Dienstleister übersetzen zu lassen. Du kannst dir dafür z.B. einen Übersetzer auf dem Service-Provider-Netzwerk von Amazon  suchen.

Nachdem du für deine Produkte auf allen Marktplätzen eine Produktdetailseite erstellt hast, musst du noch ein konkretes Angebot für die Artikel anlegen. Hier musst du entscheiden, zu welchem Preis du die Produkte auf den jeweiligen Marktplätzen anbieten möchtest. Auch hier gibt es wieder eine Funktion von Amazon, welches die Angebotserstellung vereinfacht.

Gehe auf: LAGERBESTAND >> WELTWEIT VERKAUFEN >> INTERNATIONALE ANGEBOTSERSTELLUNG EINRICHTEN 

Als letzten Schritt musst du die Produkte für die Nutzung des paneuropäischen Versandes noch registrieren. Hierzu gehst du im SellerCentral einfach auf:

LAGERBESTAND >> LAGERBESTAND MIT PANEUROPÄISCHEN VERSAND DURCH AMAZON 

und führst für die einzelnen Produkte die Registrierung durch. Auf dieser Seite siehst du auch, auf welchen Marktplatz-Seiten es bereits ein Angebot für deine Produkte gibt. Nur wenn es auf allen 5 Marktplätzen Angebote für deine Produkte gibt, kannst du die Registrierung durchführen.

Hier findest du im SellerCentral zum paneuropäischen Versand auch noch einmal die einzelnen Schritte zum Nachlesen mit weiterführenden Hilfestellungen. 

Einfache Variante: Spacegoats.io

Wie du sehen konntest, zieht der Verkauf mit PAN-EU einiges an Aufwand nach sich. Wenn dir dieser Aufwand zu hoch ist, oder du erst einmal testen möchtest, wie sich dein Produkt in der EU verkauft, kannst du dich auch an einen externen Dienstleister wie Spacegoats.io wenden. 

Spacegoats kümmert sich dabei um alle operativen Aufgaben und Pflichten die es bei PAN-EU zu beachten gibt: Steuerliche Registrierung, Lieferschwellen, Rechnungsversand und sogar Endkundensupport in Landessprache. Das Ganze funktioniert so, dass dir Spacegoats deine Ware abkauft und über ihren Amazon Account wieder verkauft. Du bist also nicht der aktive Verkäufer, sondern erhältst jeden Monat eine Auszahlung von Spacegoats, abzüglich der Gebühren.

Die Kosten für diesen Service belaufen sich auf 0,50 € bei jeder Bestellung sowie einer monatlichen Gebühr von 229 €. Das klingt vielleicht erst einmal recht teuer. Du darfst aber nicht vergessen, dass du auch ohne einen Dienstleister hohe monatliche Kosten und einen größeren Aufwand haben würdest.

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Ab wann mit Pan-EU starten?

Nachdem du nun diesen Artikel gelesen hast, weißt du, was alles mit dem paneuropäischen Versand verbunden ist. Die Frage ist nun, ab wann lohnt es sich mit PAN-EU zu starten? Meine Empfehlung ist hier ganz klar – fokussiere dich so lange wie möglich auf den deutschen Marktplatz und werde in deiner Nische zuerst einmal absoluter Marktführer. Erweitere dein Portfolio durch exzellente Produkte und baue deine Marke aus. Erst, wenn du der Meinung bist, dass du auf dem deutschen Markt nicht mehr schnell genug wachsen kannst, solltest du damit beginnen, dich international aufzustellen. Du solltest dabei jedoch niemals den Fokus auf deinen Kernmarktplatz verlieren.  

Die Nutzung des paneuropäischen Versandes ist mit einigem Aufwand und vielen rechtlichen und steuerlichen Regelungen verbunden. Wie sehr sich dein Umsatz am Ende steigern kann, ist pauschal nicht zu sagen und kann von Nische zu Nische sehr unterschiedlich ausfallen. Daher musst du am Ende für dich selber entscheiden, ab welcher Umsatzgrenze und ab wieviel Produkten du mit PAN-EU starten willst. Du solltest auf jeden Fall vorher den Aufwand abschätzen und alle Kosten genau kalkulieren. Allein für die Buchhaltung und den Steuerberater solltest du mit Mehrkosten von mindestens 500 € pro Monat rechnen.  

Fazit – Amazon Pan-EU

Der paneuropäische Versand von Amazon bietet dir die Möglichkeit, deine Produkte in ganz Europa zu verkaufen. Du präsentierst dabei deine Produkte auf allen 5 Marktplatzseiten von Amazon. Amazon übernimmt für dich den kompletten Warenverkehr und verschickt deine Produkte in ganz Europa. Um dies zu ermöglichen, werden deine Produkte in verschiedenen, europäischen Ländern gelagert. 

Durch die Lagerung, den Versand und den Verkauf deiner Produkte in unterschiedlichen europäischen Ländern, ergebenen sich einige steuerliche Besonderheiten, welche du kennen und umsetzen musst. Daher ist es wichtig, einen guten Steuerberater an deiner Seite zu haben, der über die steuerrechtlichen Besonderheiten Bescheid weiß und für die richtige Umsetzung sorgt. Weiterhin musst du für jedes Land die rechtlichen Regelungen deiner Produkte kennen und für die Einhaltung dieser Anforderungen sorgen.

Im SellerCentral findest du noch weitere Punkte, welche es beim Verkauf in Europa zu beachten gilt. Du solltest genau kalkulieren, ob sich der Aufwand aktuell rechnet. Gemäß Amazon sind Umsatzsteigerungen von ca. 30 % zu erwarten. Der zeitliche und finanzielle Aufwand, für PAN-EU ist jedoch nicht unerheblich. Hierdurch rechnet sich der paneuropäische Versand erst bei sehr hohen Umsätzen. Du entscheidest, ab wann es für dich sinnvoll ist. Eine Möglichkeit, den Aufwand zu minimieren, bietet dir Spacegoats.io.