Perfekten Online Shop erstellen: Bauanleitung zum Erfolg

Die Anleitung für einen Verkaufs-starken Online Shop. Worauf kommt es wirklich an, um Shopbesucher von den Produkten zu begeistern? Welche Faktoren überzeugen Kunden auch zu kaufen? Genau darum, geht es hier!
Online Shop erstellen
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Wer einen eignen Online-Shop erstellen möchte, setzt auf einen der wachstumsstärksten Märkte, die es gibt – der Online Handel. Ein Online-Shop ist eine Plattform, auf der Kunden über das Internet Produkte oder auch Dienstleistungen sehen, bestellen und bezahlen können. Anders gesagt ist ein Online-Shop ein ganz normaler Laden, nur eben online, welcher 7 Tage die Woche 24h am Tag geöffnet hat. 

Jahr für Jahr kennen die Umsatzzahlen des Online-Handels nur eine Richtung. Der stetige Trend nach oben zeigt sich deutlich in einer von der IfH Köln erhobenen Statistik, nach der der E-Commerce Umsatz im Jahr 2019 alleine in Deutschland 59,2 Milliarden Euro betrug. Das Wachstum der letzten 10 Jahre betrug stolze 279 Prozent. Diese Zahlen sind nicht weiter verwunderlich, denn jede neu geborene Generation wächst mit der Selbstverständlichkeit des Internets und des Online-Einkaufs auf. 

Die ersten Online-Shops begannen im Bereich des Buchhandels. Amazon eröffnete 1998 mit einem Online-Buchhandel seine virtuellen Pforten und ist heute nicht nur Anlaufstelle Nr. 1, wenn es um den Einkauf von Waren im Internet geht, sondern die wertvollste Marke der Welt (Statista).

Vorab stellt sich die Frage, ob man in Zeiten von Verkaufsplattformen wie Amazon überhaupt einen eigenen Online-Shop braucht. Die Antwort auf diese Frage ist so pauschal nicht zu beantworten, denn sie hängt von einigen Faktoren ab. Vor allem aber hängt diese Entscheidung von der Wahl des Business ab. Entscheidet man sich für das Dropshipping, ist ein eigener Online-Shop zwingend erforderlich. Handelt man mit eigenen Produkten, ist das Fulfillment Programm Amazon FBA (dt. Versand durch Amazon) zunächst wohl die bessere Wahl und es ist kein eigener Online-Shop notwendig. Ein Verlgeich der beiden Vertriebswege findet man im Blogbeitrag “Amazon FBA vs. Dropshipping”.

Egal, für welches Modell des Online-Handels man sich entscheidet, ein eigener Shop kann früher oder später Sinn machen. Was man braucht, um einen Online Shop erstellen und Produkte erfolgreich verkaufen zu können, folgt nun!

1.) Online Shop erstellen: Shopsystem wählen

Gegen die Erwartungen vieler bedarf es keiner Erfahrung in Programmieren, um einen eigenen Online-Shop zu erstellen. Anbieter wie WIX , Jimdo oder Shopify ermöglichen den einfachen Aufbau eines Online-Shops über ein sogenanntes Baukastensystem. Hierbei können User zwischen einer leeren Webseite und einer Vielzahl von Vorlagen wählen, die als Basis dienen. Anschließend kann der Online-Shop ganz einfach per Drag-and-Drop individualisiert und gestaltet werden. Auf dem Markt gibt es verschiedener Shopsysteme und es ist meistens nicht ganz leicht herauszufinden, welches den nun das passende für meine Situation ist. Am besten beantwortet man sich selbst die folgenden Fragen, dann fällt die Entscheidung auch leicht.

  1. Welche Anforderungen hat man an den eigenen Online-Shop?
  2. Wie gut sind die Fähigkeiten im Bereich Web- und Softwareentwicklung?
  3. Wie viel Zeit und Geld möchte man für den Online Shop investieren?

Die folgende Tabelle soll als Entscheidungshilfe dienen, um das passenden Shopsystem zu finden. Grundsätzlich kann man bei allen Varianten einen eignen online Shop erstellen und in wenigen Tagen erfolgreich launchen.

WIX, JimdoShopify WooCommerce
Komplexitätgeringmittelhoch
Preis15 – 40€25 – 250€nach oben offen
Systemeinfacher BaukastenBaukasten +
freie Gestaltung 
freie Gestaltung
Aufwand ca. 1 – 3 Tageca. 4 – 14 Tageca. 15 – 90 Tage

Sollte man hohe Anforderungen an das eigene Shopsystem stellen und selber nicht die notwendigen Fähigkeiten mitbringen, sollte man auf Entwickler zurückgreifen. Diese arbeiten meist auf Freelancer-Basis und werden somit nur im Rahmen des Projektes bezahlt. Sind die Anforderungen an die Komplexität des Online-Shops gering bis mittel, kann man sich nahezu alles durch gründliches recherchieren selber aneignen. Im Folgenden werden die Shopsystem ausführlich vorgestellt.

WIX 

Mit WIX kann man wirklich einfach einen Online Shop erstellen. WIX ist ein Anbieter, der es Nutzern ermöglicht, über ein einfaches Baukastensystem eine eigene Webseite mit integriertem Shopsystem zu erschaffen. Hierbei kannst du zunächst zwischen einer komplett leeren oder einer der 500 von professionellen Designern erstellten Vorlagen wählen. Gerade für Anfänger ist zunächst die Auswahl einer Vorlage zu empfehlen, um ein Gefühl für Design und Aufbau einer Webseite bzw. eines Online-Shops zu bekommen.

Mit dem innovativen Baukastensystem kann man via Drag-and-Drop seinen eigenen Online Shop erstellen und so verschiedene Funktionen, Design-Elemente und Texte einfügen. Zusätzlich bietet WIX die Möglichkeit an, anhand von verschiedenen Fragen über die WIX ADI eine Webseite inklusive Texte automatisch generieren zu lassen. Hier sollte man allerdings vorsichtig sein. Verkaufspsychologie ist ein wichtiges Thema beim Aufba eines Online Shops Es geht vor allem darum, zu verstehen, wie die Zielgruppe tickt. Hier individuelle Anpassungen machen zu können, ist wichtig. Mehr dazu aber später in Abschnitt zwei. 

Ab 19,50€ ist man mit dem Business und E-Commerce Basic Paket dabei. Hierfür bekommt man neben der Domainverbindung, dem Webseiten und Shop Baukasten auch Statistik-Auswertungen und die Möglichkeit Bezahlmethoden wie Paypal anzubieten.

WIX zeichnet sich vor allem durch die wirklich einfache Handhabung und die Benutzerfreundlichkeit aus. Auch ist es möglich, über einen WIX-Shop digitale Produkte zum Kauf anzubieten oder Mitgliedsseiten mit einer Bezahlfunktion einzurichten. WIX stößt allerdings an seine Grenzen, wenn es um die Anzahl an Produkte geht. Möchte man beispielsweise mehr als 100 verschiedene Produkte verkaufen, sollte man auf Shopanbieter wie Shopify setzen. Eine Anleitung, wie man mit Wix einen Online Shop erstellen kann, findet man direkt auf der Seite bzw. auf Youtube.

Online Shop erstellen

Jimdo

Jimdo ist genau WIX ein kostengünstiger und einfacher Online-Shop-Anbieter mit Baukasten-Funktion. Auch hier hat man die Möglichkeit, aus verschiedenen Designvorlagen einen ersten Entwurf seiner Seite und seines Online-Shops zu erstellen. Anfänger finden sich in dem intuitiven Baumenü schnell zurecht und ermöglichen so ohne großen Zeitaufwand den Shop-Aufbau in seiner Struktur. Für die Inhalte des Shops sollte man sich wieder Zeit lassen und wirklich mit einem gewissen Perfektionismus an die Sache gehen.

Jimdo bietet Nutzern viele Vorteile. So ist im Pro-Paket beispielsweise die SSL-Verschlüsselung für den sicheren Datenaustausch schon inbegriffen. Zudem sind Bestelldaten recht leicht zu exportieren, was die automatische Erstellung von Rechnungen mit Tools wie EasyBill ermöglicht. Auch die Optimierung der mobilen Darstellung, macht einiges her, was ein enorm wichtiger Punkt ist, denn knapp jeder zweite Onlineeinkauf läuft über Mobilgeräte.

Die Basisversion des Online-Shops erhält man bereits für 15€ pro Monat bei einer jährlichen Abbuchung. Möchte man bei seinen Produkten zusätzliche Varianten anlegen, ist dies im Businesspaket für 19€ pro Monat möglich. Die Shopfunktion bietet neben Onlinebezahlsystemen wie Paypal, Kreditkarte oder Bankeinziehung auch eine eigene Bestellverwaltung. Über Jimdo können Produktdaten aktuelle noch nicht importiert werden, was hinsichtlich der Anzahl der angebotenen Produkte gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Jimdo ist gut geeignet für einen schnellen Aufbau eines Shops ohne Individualisierung und sollte mit nicht mehr als 50 Produkten betrieben werden. 

Jimdo Online Shop erstellen

Shopify

Shopify ist wohl das bekannteste System mit dem man mit wenigen Schritten einen Online Shop erstellen kann. Shopify bietet Nutzern unglaubliche viele Vorteile. Gegenüber den beiden Baukastensystemen (Wix, Jimdo) hat man bei der Gestellung eines eigenen Shops noch um einiges mehr an Freiheiten.

Zunächst kann man auch hier aus einer der 70 kostenlosen Themes, also Designvorlagen wählen und diese per Drag-and-Drop individualisieren. Man hat die Möglichkeit, Bilder, Farben und Schriften so einzufügen, dass sie perfekt zur jeweiligen Marke passen. Natürlich ist es auch möglich, von Grund auf eine eigene Seite aufzubauen. Die Shopify Themes sind hierbei komplett responsive, was bedeutet, dass man Kunden unabhängig vom Endgerät ein gutes Kundenerlebnis bietet. 

Der größte Unterschied zu den bisher vorgestellen Shopsystemen,  ist die Flexibilität bei Shopify. So hat man beispielsweise vollen Zugriff auf den Quellcode der Seite und es können so über den App-Markt oder die API (Programmieren) eigene Funktionen hinzugefügt werden. Hierbei gibt es interessante Anwendungen. So ist es beispielsweise möglich, dass Kunden ihr Produkt direkt im Shop individualisieren können. Einige der Anwendungen und Apps sind kostenpflichtig, bietet allerdings einen sehr guten Mehrwert und heben so die Qualität des Online-Shops an. Shopify ist ein sehr leistungsstarkes Shopsystem und bringt dennoch eine gute Benutzerfreundlichkeit mit. 

Besonders geeignet ist die Shopify für das Dropshipping, da unter anderem Oberlo, eine eigene Plattform mit Dropshipping Anbietern, direkt integriert werden kann. Zudem sind Schnittstellen zu Rechnungstools und diversen Versandhäusern gegeben, sodass der Bestell- und Versandablauf gut automatisiert werden kann. Den genauen Ablauf von Dropshipping wird hier erklärt. Das System ist darauf ausgelegt, umfangreiche Web-Shops aufzubauen, weshalb auch ein Produktportfolio von +200 Produkten kein Problem darstellt. 

Wer mit Shopify einen Online Shop erstellen möchte, kann mit der Basisversion starten. Diese ist für den Anfang völlig ausreichend und kostet 29 $ im Monat. Neben allen beschrieben Funktionen erhält man einen 24/7 Support und die Möglichkeit, zwei weiteren Personen den Zugang zum Adminbereich zu legen. Shopify bietet die Möglichkeit, das Shopsystem 14-Tage kostenlos zu testen. 

Shopify Shop erstellen

Woocomerce 

WooCommerce ist eine Plug-in-Anwendung, welche eine WordPress-Seite in einen individualisierten Online-Shop verwandelt. WooCommerce ist genau wie WordPress eine Open-Source-Software. Als Open-Source-Software wird eine Software bezeichnet, bei der Dritte einen direkten Zugang auf den Code haben und somit die Software verändern und umschreiben können. Aus diesem Grund ist diese Systemlösung für einen eigenen Online-Shop nur zu empfehlen, wenn bereits Kenntnisse im Bereich des Codens vorhanden sind. Sind diese nicht vorhanden, muss ein externer Web- und Softwareentwickler beauftragt werden, welcher den Online-Shop nach den Wünschen des Auftraggebers gestaltet. Hier werden schnell mal 1.000 bis 25.000€, je nach Komplexität fällig.

Das WordPress Plug-in ist grundsätzlich kostenlos. Um einen eigenen Online-Shop zu erstellen, sind auch mit eigenen Erfahrungen im Programmieren einige Investitionen notwendig. So benötigt man beispielsweise einen Hosting-Anbieter und eine eigene Domain. Zusätzlich wird etwas Kapital für den Kauf eines Templates benötigt. Dieses kann direkt bei WooCommerce erworben werden. Neben dem Hinzufügen von eigenen Artikelnummern kann auch problemlos ein Warenkorb dem Shop hinzugefügt werden.

Das Shop-System liefert alles, was man braucht, da alles individualisiert und nach den eigenen Wünschen programmiert werden kann. Dies gibt einem nicht nur viele Freiheiten bei der Gestaltung, sondern ermöglicht es auch, sich von allen anderen Shopsystemen abzuheben. Wer mit WooCommerce einen Online Shop erstellen möchte, sollte also am besten mit einem Programmierer zusammenarbeiten oder bereit sein viel Zeit in den Aufbau zu stecken.

WooCommerce Shop erstellen

2.) Das Fundament eines erfolgreichen Online-Shops 

Nachdem nun klar ist, welche Shopsystem zur Verfügung stehen, geht es darum, die Webseite und diesen Shop mit Leben zu füllen. Wie man die Webseite und seinen Shop dabei strukturiert ist natürlich jedem selber überlassen und stark von der jeweiligen Zielgruppe abhängig.

Ziel eines jeden Online-Shops sollte immer eine möglichst hohe Conversion Rate sein. Die Conversion Rate beschreibt dabei das Verhältnis von Shop-Besuchen zu Besuchern, die schlussendlich wirklich ein Produkt im Shop kaufen. Besuchen beispielsweise 100 Leute den Shop und davon kaufen 10 ein Produkt, liegt die Conversion Rate bei 10%. Gute Online-Shops erreichen in der Regel eine Conversion Rate von 4%. Vergleicht man diese Conversion Rate mit der eines Amazon Listings (20% Conversion Rate) stellt sich schnell die Frage, warum im Verhältnis so wenig Leute in einem Online-Shop schlussendlich auch Produkte kaufen.

Die Antwort hierauf ist recht simpel: Wer auf Amazon eine Grillbürste sucht, hat sich meist bereits dazu entschieden, eine zu kaufen, und der Kunde muss lediglich vom Listing überzeugt werden. Bei einem Webshop ist das anders, denn durch den generierten Traffic müssen die meisten Kunden zunächst davon überzeugt werden, dass er überhaupt eine Grillbürste braucht. 

Wie erreicht man nun eine möglichst hohe Conversion Rate mit einem eigenen Online-Shop? Eine hohe Conversion Rate erreicht man in erster Linie dadurch, dass man qualitativ hochwertigen Traffic auf seinen optimierten Shop lenkt. Unter qualitativ hochwertigem Traffic versteht man Personen, die genau der Zielgruppe der im Shop angebotenen Produkte entsprechen. Wie unschwer zu erkennen ist, spielt die Zielgruppe eine große Rolle bei der Erstellung eines eigenen Online-Shops. Hierauf sollte man einen besonderen Fokus legen, denn er ist das Fundament für den Erfolg. Erstelle hierfür einen Kundenavatar. Folgende Fragen helfen dabei die Zielgruppe genau zu definieren:

  1. Wofür können sie sich die Käufer des Produktes begeistern?
  2. Was ist den Käufern des Produktes besonders wichtig?
  3. Wie verbringen die potenziellen Käufer ihre Freizeit?
  4. Wie werden Interessenten auf das Produkt aufmerksam?

Nachdem man die Zielgruppe genau kennt, geht es darum, eine Mission auszuarbeiten, für die Marke steht. Am besten so konkret wie möglich aufschreiben, was die Mission der Marke ist. All diese Schritte werden dabei helfen, die Texte auf der Webseite und in deinem Online-Shop so zu optimieren, dass diese die Zielgruppe auch wirklich ansprechen. Sich hierfür führende Marken in den verschiedensten Bereichen anzuschauen, ist empfehlenswert, um ein Gefühl für gute Texte und Mission Statements zu bekommen. Ein Online-Shop sollte nicht nur aus dem reinen Shop bestehen, sondern viel mehr sollte der Kunde die Leidenschaft und die Intension der Marke vermittelt bekommen, denn im Endeffekt kauft der Kunde nicht WAS man macht, sondern WARUM man etwas macht. 

Online Shop erstellen: Der Aufbau

1.) Startseite

Die Einführung des neuen Apple II startete 1977 mit der Werbekampagne “simplicity is the ultimate sophistication” (zu Deutsch: Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse). Dieser Werbeslogan gilt heute mehr denn je, denn in Zeiten, in denen die Informationen nur so über den Bildschirm rasen, vermittelt “Einfachheit” den Kunden ein gutes Gefühl. 

Durch diese Einfachheit hat man die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des Kunden genau auf den Bereich zu lenken, der in diesem Moment relevant ist. Auf der Hauptseite sollten vor allem Emotionen angesprochen werden. Slogans wie z.B. “Erwecke den Grillmeister in dir!” assoziieren potenziellen Käufer bereits das Gefühl, was sie durch den Erwerb der Produkte erhlaten bzw. wie sie sich fühel werden. Buttons, die in diesem Moment für den Kunden interessant seien sollen, sollten in auffälligen Farben wie Rot, Blau oder Orange gestaltet werden. 

Testimonials sind eine weitere gute Möglichkeit, den Social Proof einer Webseite zu steigern. Im Online-Marketing ist Vertrauen alles, weshalb Rezensionen von anderen Kunden das Vertrauen in die mögliche Kaufentscheidung weiter steigern. 

Onllineshop erstellen Aufbau

2.) Produktseite (Übersicht)

Wie der Name schon sagt, dient die Produktseite dazu, alle seine Produkte zu präsentieren. Hier sollte genau wie auf allen anderen Seite auch die Simplicity im Fokus stehen. Ziel ist es, den Kunden nicht direkt das Produkt, sondern immer den nächsten Schritt zu verkaufen.

Hat der Kunde erst mal alle Informationen an der Hand und liest von den vielen Vorteilen, die das Produkt ihm bringt, ist der Preis nicht mehr ganz so relevant. Auf diesem Wege ist es deutlich einfacher, den Kunden von einem Kauf zu überzeugen, als wenn er bereits auf der ersten Seite von einem Preis abgeschreckt wird. Auch hier sollte genau wie auf der Hauptseite die Aufmerksamkeit des Kunden durch Farben und Buttons auf die Bereiche gelegt werden, die in diesem Moment relevant sind. 

Sollte der Shop sehr viele verschiedene Produkte anbieten, macht es je nach Kategorie zusätzlich Sinn, bestimmte Filterfunktionen einzubauen. So hat der Kunde die Möglichkeit, einfach und schnell die für ihn relevanten Produkte zu finden. 

Produkt Übersicht

3.) Produktdetailseite

Die Produktdetailseite präsentiert, wie das Listing auf Amazon, das jeweilige Produkt mit allen Eigenschaften und Details. Diese Seite ist von entscheidender Bedeutung, denn hier hat man die Möglichkeit, dem Kunden die Vorteile des jeweiligen Produktes zu präsentieren. Entscheidend sind vor allem zwei Bereiche – Produktbilder und Verkaufstexte.

Produktbilder haben mit Abstand den größten Einfluss auf die Conversion Rate (CS). Wenn ein Kunde auf den Online-Shop gelangt, entscheidet zum größten Anteil das Titelbild der Produkte darüber, ob der Kunde auf das jeweilige Angebot klickt. Die Bilder vermitteln dem Kunden innerhalb von kürzester Zeit, was für ein Produkt man verkauft und welche Qualität das Produkt hat. Er muss sich auf die Qualität der Bilder verlassen, da er im Gegensatz zum stationäre Einzelhandel die Produkte nicht selber in die Hand nehmen kann. Wenn die Bilder schlecht sind, spielt die tatsächliche Qualität des Produktes oder starke Verkaufstexte keine Rolle mehr. Ein gutes Produkt mit schlechten Bildern wird sich nicht verkaufen. Ein schlechtes Produkt mit guten Bildern hingegen schon. Dennoch ist ein ausgezeichnetes Produkt die Voraussetzung für langfristigen Erfolg im E-Commerce. Hier sollte man definitiv mit einem Auge für Details zu Werke gehen. Worauf es bei den Bildern wirklich ankommt, wird im Artikel über Produktfotos beleuchtet.

Verkaufstexte sind ein weiterer wichtiger Baustein. Hierbei sollte man immer bedenken, dass Kunden Produkte emotional kaufen und diesen Kauf dann anschließend rational begründen. Um dieses Wissen in den Verkaufstexten zu nutzen, verknüpft man besten Daten, Fakten und Eigenschaften des Produktes mit Benefits, also Vorteile für den Kunden. Empfehlenswert ist es, sich hierfür Verkaufstexte der erfolgreichsten Produkte und Marken anzuschauen, um von diesen zu lernen. Es geht dabei nicht darum, diese Texte zu kopieren, sondern die grundlegenden Regeln hinter dem Copywriting zu erlernen, um sie selber anwenden zu können. Ein Zitat von Pablo Picasso trifft den Nagel auf dem Kopf:

Learn the rules like a pro, so you can break them like an artist.”

Pablo Picaso

Neben Bildern und den Verkaufstexten bietet diese Seite die Möglichkeit, die Versandart, den Preis oder gegebenenfalls Angebote zu präsentieren. Rezensionen sind ein weiterer wichtiger Punkt, der das Vertrauen in das Produkt weiter steigert. 

4.) Warenkorb

Die Warenkorbseite, in der alle Produkte aufgeführt werden, die der Kunde kaufen möchte, bietet viele Vorteile. Neben einem guten Überblick ermöglicht es dem Kunden, eine Bezahlmethode auszuwählen. Zudem kann diese Seite auch für Marketing und Verkaufszwecke genutzt werden. So ist es z.B. möglich, dem Kunden kurz vor dem Kauf noch Produkte mit einem Rabatt anzubieten. Dadurch kann der Average order Value noch einmal erhöht werden. Zudem sollte man darauf achten, dem Kunden nur Buttons mit bestätigenden Farben wie grün anzubieten. 

3.) Worauf rechtlich bei Onlineshops zu achten ist 

Wer einen Online-Shop erstellen und betreiben möchte, geht einer gewerblichen Tätigkeit nach und muss demnach auch die gewerblichen Pflichten erfüllen. Dafür gibt es hier eine Übersicht der Aufgaben und Verantwortungen, die man als Onlineshopbetreiber erfüllen sollte. Details von der Gewerbeanmeldung bis zu steuerliche Fragen, werden im Artikel zum Thema “Unternehmen gründen” behandelt. Die nächsten Punkte basieren darauf, dass der Wohnsitz und eine Steuerpflicht in Deutschland vorhanden ist. 

Zunächst benötigt man für den Verkauf über einen eigenen Online-Shop einen Gewerbeschein. Diesen erhält man je nach Bundesland für 15 bis 60 Euro bei dem für die Stadt zuständigen Gewerbeamt. Meist kann man diese Anmeldung vor Ort ausfüllen und somit direkt ein Unternehmen offiziell gründen. Zusätzlich benötigt man eine Umsatzsteueridentifikationsnummer, die vom zuständigen Finanzamt ausgestellt wird. Für welche Rechtsform man sich entscheidet, ist im Endeffekt jedem selbst überlassen. Alle haben so ihre Vor- und Nachteile und man sollte sich mit diesem Thema einmal tiefer auseinandersetzen. Für den Start ist dennoch meist ein Einzelunternehmen die einfachste Wahl. 

Wer in Deutschland einen eigenen Online-Shop betreibt, muss zudem auf einige rechtliche Dinge achten, um Abmahnungen aus dem Weg zu gehen. Damit man hier auf der sicheren Seite bist, sollten die folgenden Rahmenbedingungen eingehalten werden. Als Shopbetreiber mit Internetpräsenz komm man nicht um gesetzliche Vorgaben wie den AGBs, Datenschutzerklärung und einem Impressum herum. Auch als Verkäufer eines eigenen Shops muss man sich persönlich um die Richtigkeit dieser Angaben kümmern. Da man das alles natürlich nicht selber formulieren kann, bietet sich der Service der IT-Rechtskanzlei als eine gute Lösung an.  

Für knappe 9,90 € netto im Monat erhält man sichere Rechtstexte, wie zum Beispiel AGBs, Datenschutzerklärung, Impressum inklusive E-Mail Update Service und anwaltlicher Haftung.

Wer seine Waren direkt an den Endverbraucher verkauft, muss in seinem Shop sämtliche Preise als Brutto-Preise angeben und die gesetzliche Mehrwertsteuer ausweisen. Zudem muss der Bestellbutton auch als dieser eindeutig zu erkennen sein. Es muss für den Kunden ersichtlich sein, dass er mit dem klicken auf diesen Button die von ihm gewählten Produkte kostenpflichtig bestellt.

Nach der Bestellung ist man rechtlich dazu verpflichtet, seinem Käufer eine Bestellbestätigung und eine Rechnung zukommen zu lassen. Hierfür eignen sich Rechnungserstellungstools wie EasyBill.  

Möchte man zusätzlich seinen Kunden E-Mails beispielsweise im Rahmen eines Newsletters zukommen lassen, muss man zusätzlich einen sogenannten Double-Opt-In Prozess anbieten. Rechtlich gesehen darf Kunden ohne eine eindeutige Einwilligung keine E-Mails zukommen lassen. 

4.) Traffic – Besucher für den Online Shop

Auch der beste Online-Shop wird keinen Umsatz machen, wenn niemand ihn besucht. Aus diesem Grund ist Traffic und gutes Marketing einer der wichtigste Baustein für den Erfolg. Da man hier wirklich gute Kenntnisse in Online Marketing braucht, entscheiden sich viele gegen einen Online Shop und bieten eigenen Produkte über Amazon anzubieten. Der Vorteil ist klar, dass man von der Bekanntheit und den bereits vorhandenen Kunden Amazons profitert und organisch bzw. mit geringen Werbekosten Kunden generieren kann.

Um möglichst viel qualitativ hochwertigen Traffic auf den Online-Shop zu lenken, sollte man mit verschiedenen Strategien parallel fahren. Zum einen geht es darum organische Besucher zu generieren. Wie der Name organisch schon sagt, geht es dabei darum, Traffic auf die Webseite zu bekommen, ohne dafür in Werbeanzeigen zu investieren.

Der Grundbaustein hierfür ist eine sehr gute Suchmaschinenoptimierung (SEO). Ziel der Suchmaschinenoptimierung ist es, dass eine Seite unter relevanten Keywords (Suchanfragen) so weit oben wie möglich in den Suchmaschinen ausgespielt wird. Besonders relevant ist dieser Prozess für Märkte, die bereits existieren. Nehmen wir an, man möchte einen Grillhandschuh verkaufen, dann wird dieser Begriff bereits täglich mehrere Hundert Male gesucht. Je weiter oben der Online-Shop unter einem bestimmten Keyword ausgespielt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass interessierte Käufer den Webshop besuchen. 

Neben der kostenlosen Optimierung sollte man zusätzlich Traffic in Form von Werbeanzeigen auf seinen Shop lenken. Die Plattformen YouTube, Instagram, Facebook, Google oder Pinterest eignen sich für solche Werbeanzeigen besonders gut. Hier gilt es Anzeigen zu erstellen, die so genau wie möglich die Zielgruppe ansprechen. Zu Beginn sollte man sich also Gedanken machen, auf welchen Plattformen die jeweilige Zielgruppe anzutreffen ist.. Wie man unschwer erkennen kann, ist es nicht ganz so simpel, die passenden Besucherauf deinen Shop zu bringen.

Fazit – Eigenen Online Shop erstellen

Es gehört durchaus Know-how dazu, einen eigenen Online-Shop zu erstellen und diesen profitabel zu skalieren. Man sollte sich gut in den Bereichen Verkaufspsychologie und Marketing auskennen, um Besucher auf den eigenen Online Shop zu lenken und wirklich als Kunden zu gewinnen. Gerade bei Werbeanzeigen auf Instagram oder Facebook sind die potenziellen Kunden nicht in Kauflaune, weshalb bei einem eigenen Online-Shop deutlich mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, als es beispielsweise bei Amazon der Fall ist. 

Dies ist einer der Hauptgründe, warum der Verkauf über Amazon gerade zu Beginn die bessere Wahl ist. Amazon bietet Händlern die Möglichkeit, gegen eine kleine Gebühr Produkte über den Marktplatz anzubieten und tausenden potientiellen Kunden zu präsentieren. Der Konzern hat hierfür ein eigenes Fulfillment-Programm Amazon FBA (zu Deutsch Versand durch Amazon) in die Welt gerufen.

Neben der logistischen Abwicklung wie dem schnellen Prime-Versand, der Lagerung der Produkte und dem Kundensupport profitiert man als Händler vor allem von der enormen Reichweite des Onlineriesen. Amazon hat alleine in Deutschland knapp 34 Millionen Prime-Nutzer und mit der richtigen Herangehensweise können mit dem Fulfillment by Amazon (FBA) Programm Amazons Kunden zu eigenen Kunden werden. Wer wissen möchte, wie man selber ein Amazon FBA Business aufbauen kann, schaut am besten in der Schritt-Für-Schritt-Anleitung vorbei. . Einen guten Überblick, was mit Amazon FBA möglich ist, wird im Erfahrungsbericht “Amazon FBA Erfahrung – Die ersten 10.000€ Gewinn im Monat” gegeben. 

Auch wenn man mit Amazon FBA starten, kann ein eigener Online-Shop irgendwann Sinn machen, da man genügend Kapital und Erfahrung gesammelt hast, um diesen aufzusetzen und so die Präsenz der Marke weiter zu steigern. Bis dahin ist es empfehlenswert der Marschrute des Apple Gründers Steve Jobs zu folgen und es so einfach wie möglich halten.

“Simplicity is the ultimate sophistication.”

Steve Jobs

FAQ – Häufig gestellte Fragen


• Wie teuer ist ein Online Shop?

Einen eigenen Online Shop zu betreiben, ist relativ günstig umsetzbar. Bei Anbietern wie Wix oder Shopify kann man schon für wenige Euro pro Monat einen Shop betreiben. Je aufwendiger oder komplexer ein Shop werden soll, desto höher werden auch die Kosten ausfallen.

• Welches Programm für einen Online Shop?

Die bekanntesten Anbieter für Online Shops sind Wix, Jimbdo, Shopify und WooCommerce. Je nachdem, ob man ein einfaches Baukastensystem sucht oder individuellen Gestaltungsspielraum braucht, eignen sich andere Anbieter. Welches System sich wofür eignet, wird in diesem Artikel geklärt.

• Wie lange dauert es einen Online Shop zu erstellen?

Einfache Online Shops kann man schon in wenigen Stunden oder Tagen erstellen. Shopsysteme bieten zudem vorgefertigte Templates an, die mit wenigen Klicks angepasst und individualisiert werden können. So ist der Start eines eigenen online Shops gar nicht mehr so schwer!